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Taubenhaus-Gruppe in Corona-Studie

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Virologen beobachten Kinder aus Gambacher Kita / Erzieherinnen mit viel Kreativität statt Kurzarbeit

MÜNZENBERG (müh). Die Kindertagesstätte „Taubenhaus“ im Stadtteil Gambach beteiligt sich zusammen mit 60 weiteren Kitas aus ganz Hessen an der Studie „Safe Kids“-Studie des Instituts für Virologie der Goethe Universität Frankfurt. Darüber informierte Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Ziel der Studie ist die Erforschung, welchen Anteil Kinder an der Verbreitung des Sars-Cov-2-Virus haben. Nach Befragung und Zustimmung der Eltern nimmt eine Gruppe aus dem Taubenhaus mit 18 Kindern und den zugehörigen Erzieherinnen an der gerade angelaufenen Studie teil.

Infektionen bei Kindern verlaufen meist mild oder asymptomatisch. Das Sozialministerium startet deshalb gemeinsam mit dem Institut für medizinische Virologie der Goethe Universität Frankfurt die Studie. „Safe-Kids erhebt Daten zum Auftreten von Sars-Cov-2 in Kindertageseinrichtungen und vergleicht sie mit der Ausbreitung des Virus in der entsprechenden Region, um mehr über die Beteiligung kleiner Kinder an der Infektionsausbreitung zu erfahren.

Bei Kindern und Betreuern aus der teilnehmenden Taubenhaus-Gruppe erfolgen wöchentliche Testungen auf Sars-Cov-2, den Erreger der Krankheit Covid-19. Die Studienteilnahme ist freiwillig. Die Virologen wollen so herausfinden, ob es in den Kita-Gruppen zu Infektionen mit dem Virus kommt und ob man mit dieser Methode eventuelle Ausbrüche schneller erkennen kann.

Kurzarbeit war übrigens trotz coronabedingter Schließungen in den Münzenberger Kitas nicht angesagt. Dies teilte Bürgermeisterin Tammer auf Nachfragen aus der SPD-Fraktion mit. Lediglich für fünf Werktage hätte die Stadt theoretisch Kurzarbeitergeld beantragen können. Da wären aber Zeit- und Kostenaufwand der Antragstellung höher gewesen als die Einsparungen durch Übernahme von Personalkosten, so Tammer.

Die Erzieherinnen nutzten die Zeit ohne „ihre“ Kinder für umfangreiche Aufräum- und Renovierungsarbeiten in den einzelnen Kitas. Ferner war auch Zeit und Muße für Konzeptarbeiten und die Aufarbeitung von Verwaltungs- und Dokumentations-Pflichten, die im normalen Kita-Alltag zu kurz kommen. Ein weiterer durchaus positiver Corona-Effekt: Die Erzieherinnen konnten ihre zum Teil erhebliche Zahl an aufgelaufenen Überstunden abbauen.

Rund um die Notbetreuung und den sich anschließenden eingeschränkten Regelbetrieb waren die Erzieherinnen sehr engagiert, kompetent, kreativ und flexibel weit über das Normalmaß hinaus für Eltern und Kita-Kinder im Einsatz. Dadurch wurde ein größtmögliches Betreuungspotential ermöglicht. Für diesen enormen Kraftakt, den die Erzieherinnen leisteten und leisten sind alle in Verwaltung und Stadtverordnetenversammlung außerordentlich dankbar. „Das war und ist alles andere als selbstverständlich“, betonte Tammer.

Noch offen ist nach wie vor das Thema Kita-Gebühren. Nach der bestehenden Gebührensatzung der Stadt Münzenberg haben die eingeschränkten Betreuungsangebote zunächst keinerlei Einfluss auf die zu erhebenden Gebühren. Aus diesem Grund hat der Magistrat beschlossen, bis zu einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vorerst auf den Einzug der Gebühren für April und Mai 2020 zu verzichten. Das bedeutet einen Einnahmeverlust in Höhe von rund 40 000 Euro. Ab Juni sind mit der Einrichtung des eingeschränkten Regelbetriebes auch wieder für die jeweiligen Nutzer die entsprechenden Gebühren fällig – was für die Stadt immer noch Mindereinnahmen in Höhe von circa 12 000 Euro bedeutet.

Bevor es zu endgültigen Entscheidungen zum Thema Kita-Gebühren in der Stadtverordnetenversammlung kommt, will das Gremium abwarten, was das Land zu diesem Themenkomplex beschließen wird. In diesem Zusammenhang stellte die FWG-Fraktion den Antrag, eine entsprechende Resolution an die Landesregierung zu übersenden. Die Stadt Münzenberg soll darin die Landesregierung auffordern, den Kommunen die für die Kindertagesstätten entstandenen Kosten zu erstatten um diese damit finanziell so zu entlasten, dass die Eltern für die Corona-Zeit keinerlei Gebühren zu zahlen haben. Dafür konnte Fraktions-Chef Ronald Berg allerdings seine Kollegen aus den anderen Fraktionen nicht begeistern, so dass der Antrag bei neun Nein-Stimmen, acht Enthaltungen und vier Ja-Stimmen abgelehnt wurde.

Weitere Neuigkeiten aus den Münzenberger Kitas: Der Förderbescheid für den Anbau der Kita Kinderbrücke in Gambach lässt weiter auf sich warten. Im Außenbereich der Münzenberger Steinberg-Kita hat der TÜV das Klettergerüst moniert und den unverzüglichen Abbau angeordnet. Die Neuplanung erfolgte umgehend. Die Spielgeräte sind bereits bestellt.

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