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„Tempel“ soll Ende Juni fertig sein

BUTZBACH. Der Wiederaufbau des August-Storch-Tempels auf dem Schrenzer schreitet voran. Der Holzbau ist bereits montagefertig erledigt.

Holzbau für vor einem Jahr abgebrannte August-Storch-Hütte auf dem Butzbacher Schrenzer abgeschlossen

BUTZBACH (pm). „Die Ausführung des Bauvorhabens liegt vollständig im Bauzeitenplan und wird aller Voraussicht nach spätestens Ende Juni fertiggestellt.“ Das berichtet Marie Schwarz vom Ingenieurbüro Konbau von Professor Ulrich Grimminger zum aktuellen Stand des Wiederaufbaus des „August-Storch-Tempels“ auf dem Schrenzer in Butzbach. Das Butzbacher Wahrzeichen war am 9. Mai vergangenen Jahres bei einem Brand zerstört worden.

Trotz widriger Witterungsverhältnisse gingen die Arbeiten planmäßig voran. Der Fortgang beim Holzbau sorge für eine verkürzte Bauzeit auf der Baustelle. Bei dem verbrannten Teil handelte es sich um eine Fachwerkkonstruktion aus Rundhölzern mit einer innen angebrachten Schalung in drei Wandfeldern. Das Zeltdach mit Firststütze und Abfangbalken war mit einer Bitumen-Deckung versehen.

3-D-Modell der August-Storch-Hütte.

Die Aussichtshütte wurde auf einem Sockel aus Natursteinmauerwerk gegründet, der beim Brand an der Oberfläche zerstört wurde. Die Erschließung erfolgte über eine Mauerwerkstreppe mit acht Stufen.

„Der geplante Neubau ist nach Anpassungen an die heutigen gültigen Normen dem Konstruktionsursprung des Bestandes weitestgehend nachempfunden.“ Der Bestandssockel ist bereits saniert. Ergänzt wurden Stahlbetonbauteile wie ein Ringanker zur Aufnahme der Horizontallasten, ein Verbund von Sockel und Treppe und ein Treppenfundament. Die Stufenoberflächen der Treppe werden mit regional typischen Sandsteinplatten verkleidet.

Ein zusätzliches Treppengeländer soll den Zugang zur Aussichtshütte verbessern und Sicherheit gewährleisten. Dabei sei zu erwähnen, dass in seiner ursprünglichen Konstruktion, circa 1887, bereits ein Geländer an dem Treppenaufstieg vorhanden war.

Der Holzbau steht bereits montagefertig beim Zimmerer in der Werkshalle und wird in Kürze aufgestellt. Bei der Dachkonstruktion handelt es sich um ein Zeltdach mit Kaiserstiel. Die Dachhaut wird von acht so genannten Gratsparren sowie weiteren 16 „Schiftern“ getragen. Den Abschluss macht ein verzinkter Kaiserstiel. Das Dach wird auf einem hölzernen Ringbalken (Pfettenkranz) aufgelagert und kann somit ohne Firstabstützung im Innenraum aufgesetzt werden. Die Lasten aus der Dachkonstruktion in die tragenden Außenwände werden über Konsolen (Knaggen) abgeleitet.

Die Außenwände sollen im Sinne der alten Konstruktion als Fachwerk ausgebildet werden. Allerdings werden sie nach dem aktuellen Stand der Technik und den entsprechenden Normvorgaben sowie den Fachregeln des Holzbaus Deutschlands angefertigt. „Wichtig hierbei ist der Witterungsschutz zur Gewährleistung der Dauerhaftigkeit der Konstruktion.“ Die zuvor innen angebrachte Schalung hat den Besucher der Hütte grundsätzlich vor Wind und Wetter geschützt. Die Kons­truktion war jedoch frei dem Wetter und dementsprechend einer erhöhten Beanspruchung ausgesetzt.

Staunässe generell und insbesondere an den Anschlusspunkten sollen im Regelfall vermieden werden, um die Konstruktion grundlegend zu schützen. Dafür wurde eine außen angebrachte Deckleistenschalung geplant.

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