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Tempel-Wiederaufbau beschlossen

BUTZBACH. Wenn der August-Storch-Tempel neu errichtet wird, soll der Schrenzer insgesamt nach einem touristischen Konzept gestaltet werden. Zur Anlage gehören auch der Friedrich-Ludwig-Weidig-Gedenkstein und die drei Bäume als Erinnerungsort der deutschen Einheit.  Text + Fotos: thg 

Magistrat befürwortet auch Freiflächenkonzept für Schrenzer / Modernisierung des Freibads wird gefördert

BUTZBACH (thg). Der August- Storch-Tempel auf dem Schrenzer wird wieder aufgebaut. Das beschloss der Magistrat am Dienstag, sagte Bürgermeister Michael Merle gestern bei einem Ortstermin. Die Planung hat Professor Ulrich Grimminger kostenfrei angeboten. Darüber hinaus werde die Gesamtanlage auf dem Berg in den Blick genommen. 

Wie Merle mitteilte, laufen die polizeilichen Ermittlungen zum Feuer am frühen Samstagmorgen. Mittlerweile sind die Überreste des Butzbacher Wahrzeichens mit einem Zaun abgesperrt. Es sei von Brandstiftung auszugehen.

Merle betonte: „Den Einsatzkräften der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass das Übergreifen des Feuers verhindert wurde.“ Stadtbrand-
inspektor Christian Veitenhansl habe ihn in der Nacht zum Samstag über den Einsatz der Butzbacher Feuerwehr informiert. 

„Zum Glück,“ so Merle weiter, „ist der in direkter Nachbarschaft stehende Baumbestand nur leicht geschädigt worden.“ Die Stadtverwaltung ist zuversichtlich, dass sich die beiden unmittelbar betroffenen Bäume regenerieren. „Diese Bäume sind nicht nur von großer ökologischen Bedeutung, sondern auch von hohem historischen Wert.“

Traurig und sehr betroffen hätten die Mitglieder des Magistrats auf die Nachricht vom Brand reagiert. In der Bevölkerung habe der Tempel einen hohen ideellen Wert. Der Magistrat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit der kurzfristig von der Stadtverwaltung erstellten Beschlussvorlage zum Wiederaufbau des August-Storch-Tempels. Zwar sei die Hütte versichert, der Wiederaufbau werde aber voraussichtlich hauptsächlich aus Eigenmitteln der Stadt und aus Spenden finanziert. 

„Der Magistrat der Stadt Butzbach tritt einhellig für den schnellen Wiederaufbau dieses Butzbacher Wahrzeichens ein und ist tief beeindruckt von den bereits aus der Bevölkerung angekündigten finanziellen und ideellen Unterstützungszusagen.“ Der Dank galt auch der BZ für die Einrichtung eines Spendenkontos.

BUTZBACH. Die Brandstelle des August-Storch-Tempels auf dem Schrenzer ist inzwischen mit einem Bauzaun abgesperrt. Die Ermittlungen der Brandursache laufen noch.

In baufachlicher Hinsicht soll der Wiederaufbau vom Bauexperten Grimminger von der Technischen Hochschule Rosenheim begleitet werden. Grimminger ist in Butzbach aufgewachsen und der Stadt immer noch – privat wie auch beruflich – sehr eng verbunden. Zu seinen Fachgebieten an der Hochschule gehören unter anderem Holzbaukonstruktion und Holzbaustatik. Als er von seiner Mutter vom niedergebrannten August-Storch-Tempel erfahren habe, habe er sich umgehend an die Verantwortlichen der Stadt Butzbach gewandt und seine kostenfreie fachliche Unterstützung für die Stadt beim Wiederaufbau des Bauwerks signalisiert. 

Sowohl dem Magistrat wie auch Grimminger sei es wichtig, den weiteren Planungsprozess des Wiederaufbaus unter enger Einbindung der städtischen Gremien, der Butzbacher Vereinsfamilie und der interessierten Bürgerschaft zu organisieren, unterstrich Merle. 

Darüber hinaus soll der Wiederaufbau des August-Storch-Tempels, so der Standpunkt des Magistrats,  von der Erstellung und Umsetzung eines Freiflächenkonzepts für den Schrenzer begleitet werden. Damit werde das Ziel verfolgt, das gesamte Areal mit einem landschaftsplanerischen Gesamtkonzept nicht nur aufzuwerten, sondern die historische, touristische und landschaftliche Bedeutung des Schrenzers aufzunehmen und stärker erlebbar zu machen. 

Das Konzept, so sieht es der Beschluss des Magistrats vor, soll insbesondere Bezug nehmen auf das Limes-Weltkulturerbe, den ersten Turnplatz Hessens mit Friedrich Ludwig Weidig, dem Republikaner-Denkmal sowie dem Baumdenkmal zur deutschen Einheit. Auch das Thema Parken inklusive Wohnmobilstellplatz werde bei der Gesamtgestaltung behandelt. 

Nicht zuletzt wird auch das Freibad betrachtet. Wie Merle mitteilte, erhielt die Stadt einen Förderbescheid für die Modernisierung und Schaffung von Barrierefreiheit. 681 000 Euro kämen aus dem Schwimmbad-Förderprogramm des Landes. Das seien etwa 30 Prozent der förderfähigen Kosten im Rahmen des insgesamt mit 2,9 Millionen Euro an Gesamtausgaben veranschlagten Projekts. 

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