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Tempel-Wiederaufbau rückt näher

BUTZBACH. Der Butzbacher Bauausschuss votierte einstimmig dafür, dass die Arbeiten für den Wiederaufbau des abgebrannten August-Storch-Tempels auf dem Butzbacher Schrenzer auf Grundlage der Planung von Professor Ulrich Grimminger ausgeschrieben werden sollen.

Butzbacher Bauausschuss befürwortet Pläne für August-Storch-Hütte / Versicherung zahlt 55 000 Euro

 BUTZBACH (thg). Mitte Juni hatte Professor Ulrich Grimminger seinen Wiederaufbau-Vorschlag für die abgebrannte Aussichtshütte auf dem Schrenzer vorgelegt im Butzbacher Bauausschuss. Am Dienstag beschloss der Ausschuss nun, dass die Ausschreibung der Arbeiten auf der Basis der Planung und Kostenschätzung erfolgen soll. Grimminger hatte seinerzeit die Kosten für einen erneuerten August-Storch-Tempel mit 60 000 Euro beziffert. Der Sockel und die Anlage sollen nicht im Winter noch Schaden nehmen, daher der Zeitpunkt der Beschlussvorlage. 

Die veranschlagte Summe ist insofern interessant, als die Versicherung nach dem Brandschaden am Pavillon voraussichtlich 55 000 Euro zahlen wird. Das bestätigte Bürgermeister Michael Merle auf Grundlage einer Auskunft der Stadtverwaltung in der Sitzung im Bürgerhaus am Dienstag. 30 000 Euro stünden haushaltsrechtlich für die Maßnahme „Neugestaltung Weidig-Turnplatz/August-Storch-Hütte“ aus dem Jahr 2019 zur Verfügung. Hinzu kommt, dass auf das Spendenkonto der BZ zum Wiederaufbau des Tempels bereits rund 26 400 Euro eingegangen sind. 

Es ist geplant, das ursprüngliche Erscheinungsbild wiederherzustellen. Bei der Dachkonstruktion handelt es sich wieder um ein Zeltdach. Die Außenwände sollen im Sinne der alten Konstruktion als Fachwerk ausgebildet werden. Allerdings nach dem aktuellen Stand der Technik. Es werden Kanthölzer verbaut.

Benjamin Seliger (CDU) sorgte sich weiter um die Sicherheit, Verschmutzung und Vandalismus des Bauwerks. Denn Grimmingers Entwurf sieht eine Teil-Verkleidung vor, um die Witterungseinflüsse auf die Holzkonstruktion zu minimieren. Damit sei dann das Innere der Hütte nicht einzusehen. 

Das Thema Vandalismus sollte die Entscheider aber nicht davon abhalten, eine „wertige“ Sanierung in dieser Form zu beauftragen, fand Bürgermeister Michael Merle. Er setzt auf die „soziale Kontrolle“ auf dem Schrenzer, man mache sich Gedanken, sie weiter zu verstärken. 

Gudrun Reineck (UWG) verwies auf die Themen Standfestigkeit und Haltbarkeit und dass Grimminger deutlich gemacht habe, dass die Planung begründet sei. Sie sei froh, dass der Beschluss gefasst werde. 

Der Witterungsschutz ist zur Gewährleistung der Dauerhaftigkeit wichtig, so die Beschlussvorlage. Die zuvor an der Innenseite angebrachte Schalung hat den Nutzer grundsätzlich vor Wind und Wetter geschützt, die Konstruktion allerdings nicht. Sie war einer erhöhten Beanspruchung ausgesetzt. „Staunässe generell und insbesondere an den Anschlusspunkten soll vermieden werden, um die Konstruktion grundlegend zu schützen. Hierfür wurde eine außenseitig angebrachte Deckleistenschalung geplant.“

Der Bestandssockel soll saniert werden und durch Stahlbetonbauteile, wie einem Ringanker und einer Treppe mit einem Treppenfundament ergänzt werden. Die Stufenoberflächen der Treppe werden mit regional typischen Sandsteinplatten verkleidet. Ein zusätzliches Treppengeländer soll die Zugänglichkeit des Holzpavillons verbessern und die Absturzsicherheit gewährleisten.

Von Seliger auf die fehlende Fernsicht vom Tempel aus angesprochen, ging Merle auf weitere Überlegungen ein. Noch in dieser Woche soll ein Termin für das landschaftsplanerische Konzept vor Ort stattfinden. Bäume verstellen die Blickachse in die Wetterau. Die Eingriffe müssten dann auch der Öffentlichkeit vermittelt werden. 

 

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