Tollwut Ebersgöns holte Bronzemedaille bei den „Deutschen“

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 Tollwut Ebersgöns holte Bronzemedaille bei den „Deutschen“

EBERSGÖNS. Bei den Deutschen Floorball-Meisterschaften auf dem Kleinfeld in Hannover holten sich die Herren des TSV Tollwut Ebersgöns die Bronze-Medaille. Nach einer turbulenten Vorrunde und dem verlorenen Halbfinalmatch besiegten die Tollwütigen im Spiel um Platz drei die favorisierten Floorball Turtels Berlin mit einer disziplinierten und taktischen Meisterleistung mit 7:5 und sicherte sich einen Platz auf dem Treppchen. – Das Foto zeigt das Team nach dem Sieg gegen die Turtels: stehend (v. l.) Adrian Stein, Sami Brachtel, Henry Fischer, Lasse Kröll, Peter Imig und Finn Rau; kniend (v.l.) Florian Beppler-Alt, Klaus Keller, Yannis Röhrig, Martin Meyer und Elian Memedi. Foto: keller

(KK). Am Wochenende fanden in Hannover die Deutschen Kleinfeld-Meisterschaften der Herren im Floorball statt. Das Team des TSV Tollwut Ebersgöns belegte nach Abschluss des hochklassigen Turniers den 3. Rang. 

In der Vorrunde spielten die Tollwütigen in Gruppe B gegen den SV Nordheim 14:13 (2:8/12:5) und drehten die Partie nach einer verkorksten ersten Halbzeit noch zu ihren Gunsten. Gegen die hochfavorisierten Schakale aus Schkeuditz, die anschließend auch Deutscher Meister wurden, schlug sich der Dorfverein beachtlich, kam aber über ein 9:14 (6:4/3:9) nicht hinaus. Im letzten Vorrundenmatch bezwangen die Hessen allerdings den TSV Bordesholm mit 12:10 (7:3/5:7), so dass das Halbfinale für die Ebersgönser sicher war. In diesem standen sie den Gastgebern aus Hannover, den Mustangs, gegenüber. Die Tollwütigen unterlagen den Niedersachsen mit 6:14 (4:7/2:7) und konnten sich im Spiel um Platz drei überraschend gegen die Floorball Turtels Berlin mit 7:5 (2:2/5:3) durchsetzen. So ergatterte das Team um die Trainer Florian Beppler-Alt und Martin Meyer die Bronze-Medaille hinter Schkeuditz und Hannover.  

Schon die erste Partie gegen den TV Nordheim war nichts für schwache Nerven. Halbzeit eins lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass der TV die Tollwütigen so unter Druck setzte, dass diese so gut wie nie zu Entlastungsangriffen starteten. Das Halbzeitergebnis von 2:8 spiegelt dies realistisch. Auch die Anfangsphase des zweiten Spielabschnitts gehörte noch Nordheim, die ihre Führung auf 10:2 ausbauten. Im Anschluss ging dem TV allerdings die Puste aus und Ebersgöns bekam mehr und mehr die Partie in den Griff. Dies drückte sich auch im Ergebnis aus. Bis zur Mitte des Spielabschnitts stand es bereits 6:12, drei Minuten vor dem Ende 12:13. Nachdem es knapp 60 Sekunden vor Schluss dann 13:13 stand, waren die Nordheimer völlig nervös, während die Tollwütigen letzte Kräfte mobilisierten. Dies zahlte sich aus, denn kurz vor Abpfiff fiel das 14:13 – das Spiel war gedreht und die Akteure aus Ebersgöns freuten sich über das Ergebnis und die bravouröse Leistung in Halbzeit zwei. 

Die Schakale aus Schkeuditz, die als Favorit auf den Titel ins Rennen gingen, waren nächster Gegner des Tollwut-Teams. In dieser Partie konnte der TSV locker aufspielen, denn zu verlieren hatte er nichts. Nach dem 2:0 für die Tollwut merkte man den Schakalen an, dass sie noch nicht so sicher wie gewohnt auf dem Spielfeld standen. Bis zur Pause behaupteten die Tollwütigen ihre Führung – 6:5. Nach der Pause allerdings zeigten die Sachsen ihre Stärken und letztlich unterlag Ebersgöns mit 9:14. 

Die Begegnung gegen den TSV Bordesholm sollte der Dosenöffner zum Halbfinale für die Hessen werden. Die Ebersgönser schienen nun gut eingespielt zu sein, denn sie traten überraschend stark auf. Bis zum 2:2 hielt Bordesholm noch mit, doch im Anschluss knickten sie ein wenig ein und zur Pause stand ein 7:3 für die Tollwütigen auf der Anzeigetafel. In Halbzeit zwei setzten die Schleswig-Holsteiner aber erst einmal die Akzente und drehten die Partie zu ihren Gunsten bis auf 8:10. Die Tollwut-Reihen wurden umgestellt, um noch mehr Effektivität in das Spiel des Dorfvereins zu bringen. Dies zahlte sich aus, denn letztlich gewann Ebersgöns diesen Kraftakt mit 12:10. 

Das Halbfinale wurde als Gruppenzweiter hinter Schkeuditz, aber vor Bordesholm und Nordheim erreicht; es bedeutete aber auch wenig Regeneration, denn nach der letzten Partie des Abends mussten die Mannen aus Ebersgöns auch den Sonntag im ersten Halbfinalspiel eröffnen. Dieses wurde gegen die Gastgeber, den Hannover Mustangs, bestritten. Hierbei zeigte sich, dass der Vortag doch viel Kraft gekostet hatte. Zwar hielt die Tollwut relativ gut mit, doch waren die Mustangs eiskalt, was das Nutzen ihrer Chancen betraf. Mit 4:7 in Halbzeit eins und 2:7 im zweiten Spielabschnitt war der Dorfverein den Hannoveranern nicht gewachsen, so dass der TSV mit einer klaren 6:14-Niederlage das Finale verpasste. 

Im Spiel um Platz drei ging es nun für die Tollwut gegen die Floorball Turtels Berlin, ein Team, das sich in Gruppe A der Vorrunde die Teilnahme an den Halbfinals sicherte, in diesem aber Schkeuditz unterlag. Mit einem Eigentor von Ebersgöns begann das Match eher ungünstig für die Hessen, doch im Anschluss zeigte der TSV eine vor allem disziplinierte und taktische Meisterleistung gegen die favorisierten Berliner. Zwar stand es nach sechs Minuten bereits 2:1 für die Turtels, doch der Dorfverein ließ sich davon nicht beirren, stand gut in der Abwehr und kam mit der Zeit zu mehr Gegenzügen, die noch vor der Pause zum 2:2 führten. Halbzeit zwei begann mit einem Doppelschlag des TSV, der nun mit 4:2 in Führung lag. Bis zur 18. Minute schaffte es Berlin noch einmal, das Ergebnis zu egalisieren (5:5), doch mit der erneuten Umstellung der Tollwut-Reihen, wie am Vortag gegen Bordesholm, kamen die Turtels nicht zurecht. Ebersgöns hingegen verstärkte den Druck massiv und belohnte sich letzten Endes mit einem 7:5-Sieg. 

Die Freude der Tollwütigen nach Abpfiff war riesig, denn mit einem schmalen Kader von vier Großfeld-Aktiven, sowie vier mehr oder minder unerfahrenen Jugendspielern und drei Keepern war im Vorfeld nicht abzusehen, dass das Team mit auf dem Treppchen landen könnte. „Wir haben aus dieser jungen Mannschaft das Beste herausgeholt, seit Beginn der Kleinfeldsaison Jugendspieler integriert und ohne, dass wir weitere Top-Leute unseres 2. Bundesligateams hinzufügten, den 3. Platz erreicht – was will man mehr“, gab sich Spielertrainer Florian Beppler-Alt im Anschluss zufrieden.

Die Abschluss-Tabelle: 

1. Schakale Schkeuditz 

2. Hannover Mustangs 

3. TSV Tollwut Ebersgöns 

4. Floorball Turtels Berlin 

5. TSV Bordesholm 

6. TSG Erlensee 

7. SV Nordheim 

8. FBC Heidelberg

Für TSV Tollwut Ebersgöns spielten: Sami Brachtel (5 Spiele/11 Tore/9 Assists/0 Strafminuten), Adrian Stein (5/8/11/4), Florian Beppler-Alt (5/12/6/2), Martin Meyer (5/12/4/4), Henry Fischer (5/3/4/0), Lasse Kröll (5/1/0/2), Elian Memedi (5/0/1/0) und Peter Imig (5/0/0/0) sowie die Keeper Klaus Keller (4/0/0/0), Finn Rau (4/0/0/0) und Yannis Röhrig (2/0/0/0).

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