Traiser FC gehört zu „Hessens Helden“

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Traiser FC gehört zu „Hessens Helden“

TRAIS-MÜNZENBERG. HR4 besuchte den Traiser FC. – Das Foto zeigt v.l.: Vorsitzender Stefan Kaiser, Spieler Sascha Block, HR-Mitarbeiterin Nina Thöne, Simon Reitz, Tante Ingrid Albrecht und Vater Hilmar Reitz.   Foto: muck

Integration des behinderten Simon Reitz ins Vereinsleben Thema in Aktion des Hessischen Rundfunks

Trais-Münzenberg (mu). Am Donnerstag bekam der Traiser FC überraschenden Besuch vom Hessischen Rundfunk. Unter der Rubrik „Hessens Helden“ hat der Sender HR4 die volle Integration des in Münzenberg wohnenden und mit einer Behinderung lebenden Simon Reitz im Verein gewürdigt. Simon, der 31-jährige große Fußball-Fan, hat vor mehr als zehn Jahren die Liebe zum heimischen Fußball beim Traiser FC entdeckt. 

In dem etwa 550 Einwohner großen Örtchen Trais-Münzenberg ist eine Integration in eine Gemeinschaft, gefühlt schon immer um einiges leichter gewesen als in anderen umliegenden Gemeinden. So auch bei Reitz, der, trotz seiner Behinderung, bei einem Besuch am Sportplatz am Wäldchen sofort Kontakt bekam, vor allem Dirk Wirth, der ihn fortan zu den Trainingseinheiten und Spielen meist selbst abholte und wieder nach Hause brachte. Insgesamt haben besonders die Spieler der zweiten Mannschaft schnell die Kameradschaft mit Reitz gepflegt. Die daraus entstandenen nicht alltäglichen Freundschaften, blieben auch dem Familienkreis von Simon nicht verborgen. Große Freude darüber hatte vor allem Vater Hilmar, der im August 2021 seine pflegebedürftige Frau Carmen verlor und der seitdem Alleinverantwortlicher für Simon ist. 

Simon, ein Fan von Borussia Dortmund, der seine tägliche Arbeit in der Behinderten-Werkstatt in Weckesheim verrichtet, ist seitdem aus dem Vereinsleben nicht mehr weg zu denken. Den Aussagen der Sportkameraden zufolge hat er, der auch mit Fanschal, Aufklebern und Aufnähern des Vereins versorgt wurde, kaum eine Trainingseinheit verpasst, egal ob am Traiser Wäldchen oder in den Wintermonaten auf dem Sportplatz in Gambach, und schon gar nicht ein Spiel der zweiten Mannschaft. Der dann im Lauf der Zeit eingerichtete Fahrdienst für Simon, der im täglichen Telefonkontakt, vor allem mit Sascha Block steht, ist für all diese Events, Training, Spiele, Feiern, fest durchgeplant und schon selbstverständlich. 

Dies fiel auch der Schwester von Hilmar Reitz, Simons Tante Ingrid Albrecht auf, die für die Aktion „Hessens Helden“ den Traiser FC nominierte. HR-Mitarbeiterin Nina Thöne besuchte daraufhin den Traiser FC im vereinseigenen Sportheim und interviewte die Verantwortlichen. Albrecht erläuterte den Antrieb ihrer Idee, Vorsitzender Stefan Kaiser sprach über die insgesamt gesehen doch außergewöhnliche Integration, die in heutiger Zeit leider nicht selbstverständlich sei. Spieler Sascha Block schilderte die Entwicklung der entstandenen Freundschaft. Mit sehr positiven Eindrücken, einem selbsterstellten Erinnerungsfoto und dem Hinweis, dass der Bericht in den nächsten 14 Tagen im HR4 zu hören sein wird, verließ Thöne das Geißbockheim wieder.              

 

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