Rockenberger Chöre gestalten Adventskonzert
22. November 2021
Weltweit anerkannt: Spezialist der Kerckhoff-Klinik geehrt
22. November 2021

„Trilogie gegen das Vergessen“

GAMBACH. Im ausverkauften Gambacher Bürgerhaus führte die Kleine Bühne Gambach das Stück „Josefine“ auf. Josefine (Julia Färber) feiert mit ihren Freundinnen Maja (Kristin Grieb), Ilse (Valerie Ziegenbalg) und Gertrud (Amelie Groß) unbekümmert ihren Geburtstag. Doch schon kurz darauf wendet sich das Blatt. Text + Fotos: win

Kleine Bühne Gambach spielt „Josefine“ im ausverkauften Bürgerhaus

GAMBACH (win). Mit „Josefine“ spielt zurzeit die Kleine Bühne Gambach den letzten Teil der Trilogie „Gegen das Vergessen“ von Autor und Regisseur Johannes Schütz. Das Stück handelt von der Judenverfolgung der Nationalsozialisten und schildert das Schicksal der Josefine Schain, die 1921 als Tochter eines jüdischen Vaters und einer deutschen Mutter in Frankfurt-Höchst zur Welt kommt. 

Nach der Machtergreifung durch die NSDAP im Jahre 1933 verändert sich das Leben des Mädchens und seiner Eltern grundlegend. Nach den Rassegesetzen der Nationalsozialisten gilt Josefine (Julia Färber) nun als „Halbjüdin“. Sie wird zunehmend angefeindet und ausgegrenzt. Ihre Freundinnen Maja (Kristin Grieb), Ilse (Valerie Ziegenbalg) und Gertrud (Amelie Groß), mit denen sie eben noch unbekümmert ihren Geburtstag feierte, kennen sie plötzlich nicht mehr.

Schlimmer noch, die linientreue Ilse befeuert die Anfeindungen des neuen Lehrers (Jirko Ziegenbalg) gegen Josefine auch noch. Die Familie wird von der Gestapo verhaftet und nach Polen abgeschoben. Während der Vater Josef (Michael Hantschel) in Polen bleiben muss, dürfen Mutter Katharina (Doris Regina) und Tochter Josefine noch einmal in ihre Wohnung nach Frankfurt-Höchst zurückkehren, um den Hausstand aufzulösen. Zwischenzeitlich bricht der Zweite Weltkrieg aus, der die Rückkehr nach Polen unmöglich macht. Der einst nette Onkel Kohl (Michael Färber) – seines Zeichens nun Hauptwachtmeister – erfüllt mitleidlos seine Pflicht, als er die zur Halbjüdin deklarierte Josefine abholt. 

Zunächst hat es den Anschein, als ob er keine Gnade kennt. Am Ende besinnt er sich aber doch und rettet vermutlich so, unter großem Risiko, das Leben des Mädchens. 

Sehr gelungen war während der Szenen und den Umbaupausen die Einspielung von Originaltönen, Gesetzestexten und biografischen Aufzeichnungen, die die düstere, beklemmende Stimmung sehr gut unterstrichen und dem Stück noch mehr Emotionalität verliehen. 

Am Ende gab es viel Applaus für die Akteure auf der Bühne, aber auch für die „Kulissenschieber“, die bei jedem Szenenwechsel ebenfalls ganze Arbeit leisteten. Für die Aufführungen am 26. und 27. November (Einlass 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr) gibt es unter https://www.ticketino.com/de/Organizer/2579400 noch Restkarten.

Josefine ist den Anfeindungen, Beschimpfungen und Züchtigungen des neuen Lehrers (Jirko Ziegenbalg) wehrlos ausgesetzt.

Am Ende gab es viel Applaus für die Akteure der Kleinen Bühne Gambach, die mit diesem ersten Theaterstück eindrucksvoll an das Schicksal der Josefine Schain erinnerten.

Der einst nette Onkel Kohl (Michael Färber) – seines Zeichens nun Hauptwachtmeister – erfüllt mitleidlos seine Pflicht.

 

 

Comments are closed.