Turngau Wetterau-Vogelsberg arbeitet an Fest-Buch zum 125-jährigen Bestehen

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Turngau Wetterau-Vogelsberg arbeitet an Fest-Buch zum 125-jährigen Bestehen

WETTERAUKREIS. Rosel Schleicher und Rolf Lutz stellen derzeit Material für das Fest-Buch zum 125-jährigen Bestehen des Turngaus Wetterau-Vogelsberg zusammen. Text + Foto: fs

WETTERAUKREIS (fs). Im kommenden Jahr hat der Turngau Wetterau-Vogelsberg allen Grund zum Feiern. Anlass ist das 125-jährige Bestehen des Fachverbandes, der mit 120 Vereinen und rund 32.000 Mitgliedern der sechstgrößte Turngau im Hessischen Turnverband (HTV) ist. Die Vorbereitungen sind intern längst angelaufen, der Festakt soll am 6. April kommenden Jahres stattfinden. In einem Fest-Buch soll auf die lange Geschichte des Turngaus seit der Gründung, die 4. März 1894 in Butzbach erfolgte, zurückgeblickt werden. Die Ehrenvorsitzende Rosel Schleicher (Dauernheim) und der ehrenamtliche Turngau-Archivar Rolf Lutz (Stammheim) stecken mit Unterstützung der stellvertretenden Turngau-Vorsitzenden Katja Reutzel (Kefenrod) dafür längst in akribischer Detailarbeit, doch sie benötigen die Mithilfe der im Turngau Wetterau-Vogelsberg organisierten Vereine.

Im Büro von Rolf Lutz, das aufgrund der vielen historischen Schriften auch durchaus ein Archiv sein könnte, wird derzeit eifrig gesammelt und in die nach verschiedenen Dekaden angelegten Leitz-Ordner sortiert. Freilich sind Schleicher und Lutz für jegliche Beiträge in digitaler Form dankbar: Fotos von alten Fahnen, Dokumentationen über Bau und Unterhaltung vereinseigener Turnhallen, Bilder von alten Sportgeräten. Gesammelt wird derzeit alles, um ein möglichst umfassendes Werk an heimischer Turngeschichte erstellen zu können. Uralte Urkunden, Bücher, alte Presseartikel und Festschriften gelten dabei als besondere Schätze. „Trotz gründlicher Recherche sind wir natür-
lich auf das Bereitstellen von Materialien durch die Vereine angewiesen“, erläutert Rolf Lutz.

Ein erster Schritt war das Herausfinden des genauen Gründungsdatums. Erfolgloses Nachforschen in den Staatsarchiven von Darmstadt und Wiesbaden sorgte bei den Turngau-Verantwortlichen schon für Frust, da fand sich im Stadtarchiv Florstadt in einer Ausgabe des „Oberhessischen Anzeigers“ aus dem Jahr 1894 der entscheidende Hinweis auf den 4. März.

Rosel Schleicher macht das Recherchieren großen Spaß, bereits vor 25 Jahren arbeitete sie an der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum mit. „Damals war ich mit 45 Jahren einer zwölfjährigen Mitarbeit als Pressewartin im Turngau doch noch sehr illusionsreich und einfach neugierig. Meine Mitstreiter Theo Breither und Erich Zinsheimer wirkten schon Jahrzehnte und hatten einen stabilen Fundus mit ihrem Wissen“, erzählt die Dauernheimerin. Heute sei sie abgeklärter, doch an der Wissbegierde hat sich nichts geändert. „Ich bin glücklich über jedes Mosaiksteinchen, das wir neu entdecken.“

Nicht missen möchte Schleicher auch die geschichtlichen Diskussionen mit Rolf Lutz. Bei ihrer Recherchearbeit bleiben die beiden immer wieder an historischen Eckdaten hängen. Markante Gauturntage und Kinderturnfeste und die Geschichte des Bergturnfestes auf dem Hoherodskopf faszinieren die Ehrenvorsitzende. Gemeinsam mit Katja Reutzel arbeitet sie auch die Frauenentwicklung im Turnen auf.

Rolf Lutz beschäftigt sich derweil auch mit dem dunklen Teil der Geschichte. Welche Rolle spielte das Turnen in der Nazi-Zeit? Im Vereinsarchiv des TSV Butzbach hat er wertvolle Unterlagen aus den Jahren 1933 bis 1945 gesammelt. Auch die Nachkriegszeit soll ausführlich beleuchtet werden. Schleicher, Lutz und Reutzel werden auch in den kommenden Wochen mit viel Enthusiasmus am Fest-Buch arbeiten. Die Dokumentation über 125 Jahre Turngau Wetterau-Vogelsberg soll ein besonderes Werk werden. Sportfreunde, die glauben, dafür etwas beisteuern zu können, werden gebeten, mit Rolf Lutz unter der E-Mail-Adresse
rolflutz@gmx.net Kontakt aufzunehmen. Postalisch können Beiträge an seine Adresse in der Kiesstraße 11, 61197 Florstadt, gesendet werden.

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