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Überführung billigere Lösung

BARRIEREFREIHEIT – Über Pläne für Butzbacher Bahnhof wird voraussichtlich im Dezember abgestimmt

BUTZBACH (thg). Das Thema Barrierefreiheit am Butzbacher Bahnhof ruht noch weitere vier Wochen. Der Bauausschuss beschloss am Dienstag noch nicht darüber, ob eine Überführung, die barrierefreie Umgestaltung der Unterführung oder beide Optionen weiterverfolgt werden sollen. Die CDU-Fraktion hatte noch Beratungsbedarf angemeldet. 

Heiß diskutiert wurde nach fünf Wortbeiträgen, als CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Euler dann erklärte, die Unterlagen zum Tagesordnungspunkt seien nicht rechtzeitig zur Fraktionssitzung der Union eingegangen, sodass noch keine Beratung erfolgt sei. Eine Beschlussfassung in der Dezember-Sitzung wäre ihm lieber. Bürgermeister Michael Merle erklärte, das bearbeitende Ingenieurbüro warte auf das „Go“, ein „zeitnahes Signal wäre gut“, sagte aber, der Ausschuss entscheide über die Frage der Beschlussfassung. In einem Hin und Her über zu spät vorliegende Sitzungsunterlagen wies Ausschussvorsitzender Holger Görlach darauf hin, dass die Einladung form- und fristgerecht erfolgt sei und dass eingangs der Sitzung zur Tagesordnung die Vertagung nicht vorgeschlagen worden sei. Auch seien die übrigen Punkte beschlossen, zu denen entsprechend die Unterlagen dann ja auch nicht vorgelegen hätten. Schließlich stellte dann Dieter Schott (FDP) den Antrag, den Punkt zu vertagen. Gegen die Stimmen der SPD wurde dieser Antrag angenommen.  

Ein Ingenieurbüro hatte auf Basis der Machbarkeitsstudie zur Barrierefreiheit am Butzbacher Bahnhof aus dem Jahr 2017 die Baukosten für eine Überführung und für die zu erneuernde Unterführung ermittelt. Knapp 5,5 Millionen Euro betragen die Baukosten für eine Überführung, die ermittelten Nettokosten liegen bei 4,6 Millionen Euro. Der Netto-Betrag für den Umbau der Unterführung werde auf knapp acht Millionen Euro geschätzt. 

Die Vergabe des Auftrags für die weitere Planung an das Ingenieurbüro war in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im April dieses Jahres erfolgt. Die Prüfung der alternativen barrierefreien Erschließung – der Unterführung – wurde in der Sitzung auf CDU-Antrag eingefügt. Grundsätzlich sei aber an den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie festzuhalten. 

Zur Unterführung schreibt das Ingenieurbüro unter anderem, dass die aufwendigen Umbaumaßnahmen mit einem Neubau vergleichbar seien. Der Umbau würde deutlich länger dauern als die Errichtung einer Überführung. Unter anderem müssten Hilfsbrücken und Provisorien errichtet werden, da die Unterführung während der Umbauarbeiten nicht genutzt werden könne. Zudem sei das Risiko einer Kostenerhöhung gegeben, da  auch kein Bodengutachten vorliege in Bezug auf Altlasten. 

Nachteile einer Überführung wären laut Büro unter anderem die höheren Kosten für Unterhaltung, Betrieb und Instandhaltung aufgrund von drei Aufzügen. Die bestehende Unterführung sei weiter instandzuhalten, für die Überführung sei beim Thema Baulast eine Ablöse erforderlich. Sollten Aufzüge ausfallen, sei die Barrierefreiheit nicht mehr gewährleistet. Die Unterführung schütze prinzipiell bei Regen und im Winter die Reisenden besser gegen Witterungseinflüsse. 

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