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Unverantwortlich

Betr.: Zustände beim Corona-Testzentrum in Reichelsheim

Wie unverantwortlich bei Testzentren mit Hochrisikopatienten umgegangen wird, konnte meine Mutter vor einigen Tagen in Reichelsheim erleben. Acht Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wurde meiner 85-jährigen Mutter mitgeteilt, dass sie das Zimmer mit einem corona-positiven Patienten geteilt hatte. Aus diesem Grund wurde ihr vom Hausarzt ein Coronatest im Testzentrum verordnet. 

Mit einem Taxi erreichte sie das Testzentrum 15 Minuten vor dem festgesetzten Termin. Sie bekam dort auf dem Parkplatz im Nieselregen und bei winterlichen Temperaturen ein Formular in die Hand gedrückt. Mit beschlagener Brille und vor Kälte und Nässe steifen Fingern füllte meine Mutter das Formular auf dem Parkplatz aus. Man muss dazu noch anmerken, dass meine Mutter gerade am Bein operiert worden war und aus diesem Grund zu diesem Zeitpunkt kein festes Schuhwerk tragen konnte. Außerdem hat sie einen GdB (Grad der Behinderung) von 80 mit dem zusätzlichen Vermerk „Gehbehindert“. Sie musste auf dem Parkplatz fast eine Stunde auf dem Rollator gestützt im Regen auf den Abstrich warten, der dann auch auf dem Parkplatz durchgeführt wurde. Keinem Mitarbeiter fiel in dieser langen Zeit diese Situation auf! 

Zum Glück schätzte eine auch dort wartende Familie die gefährliche Situation richtig ein und wich, um Schlimmeres zu verhindern, meiner Mutter nicht mehr von der Seite, bis sie nach dem Testen von einem Taxi wieder abgeholt wurde. Darum möchte ich mich auf diesem Wege bei der netten Familie bedanken. Ich hoffe, dass jemand von der hilfsbereiten Familie diesen Leserbrief liest und sich bei uns meldet, da wir uns gerne nochmals persönlich bedanken würden (dem Verlag liegt die Telefonnummer vor). 

Ich hoffe nur, dass der Corona-Test negativ ausfällt und meine Mutter sich keine schwere Lungenentzündung eingefangen hat. Wenn schon das Versprechen gebrochen wird, dass durch genaue Terminvergabe keine Wartezeit entstehen soll, frage ich mich, warum vor Ort keine adäquaten Wartebereiche vorzufinden sind. Die Verantwortlichen des Wetteraukreises müssen dringend nachbessern, damit in Zukunft eine solche Situation nicht mehr vorkommen kann.

Wolfgang Spatz, Nieder-Mörlen

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