Vandalismus an Plakaten von Bauern in Griedel und Münzenberg 

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Vandalismus an Plakaten von Bauern in Griedel und Münzenberg 

WETTERAUKREIS. Landwirte in der Wetterau beklagen an mehreren Orten Zerstörungswut gegen ihre Plakate. 

Kreisbauernverband berichtet von zeitgleichen Sachbeschädigungen im Verbandsgebiet und bietet Dialog an

WETTERAUKREIS (pm). Am frühen Samstagmorgen fiel es der Berstädter Bevölkerung sofort ins Auge: Alle vier Bauzaun-Plakate, die der Ortsbauernverband an verschiedenen Stellen in der Gemarkung aufgestellt hatte, wurden mit Farbe beschmiert. In großen roten Lettern hat jemand „FAKE“ über die Bilder geschrieben und sie damit verschandelt. Auf den Plakaten stehen Botschaften der Bauern wie „Bedarfsgerechte Düngung sichert die heimische Lebensmittelversorgung“ oder „Regionale Bauern pflegen und erhalten die Kulturlandschaft“.  

Diese Art des Vandalismus ist Teil einer Serie zeitgleicher Sachbeschädigungen im Verbandsgebiet des Regionalbauernverbands: In Münzenberg wurden Feld-Tafeln mit Erläuterungen zum Thema Insektenschutz verunstaltet. In Butzbach-Griedel haben unbekannte Schilder mit Informationen zum Rapsanbau, die am Feldrand eines Rapsackers aufgebaut waren, heruntergeschlagen und zerbrochen.  

Die Vorsitzende des Regionalbauernverbandes, Andrea Rahn-Farr, reagiert enttäuscht auf die Zerstörungen: „Mit unserer Plakataktion möchten wir auf die Lage der Landwirtschaft aufmerksam machen und auf ihre Leistungen für die Kunden und die Gesellschaft hinweisen. Wir suchen immer das Gespräch mit den Bürgern und die Landwirte freuen sich, wenn sie zum Beispiel von Spaziergängern bei der Feldarbeit angesprochen und nach ihrer Tätigkeit gefragt werden. Da gibt jeder gerne Auskunft – denn wir werben um Verständnis für unsere Arbeit, und Verständnis hat auch was mit Verstehen zu tun.“ Sie stelle fest, dass die Themen rund um die Landwirtschaft viele Menschen interessierten, weil es dabei um die Lebensgrundlagen geht. 

„Regionale Erzeugnisse sind so stark gefragt wie nie, und die Sorge um die Artenvielfalt, das Klima oder den Schutz des Grundwassers beschäftigt die Leute – gerade auch aufgrund Berichterstattung in den Medien, wo es nicht immer fachlich korrekt zugeht“, konstatiert sie. Und weiter: „Unser eigenes Selbtverständnis weicht von der Art und Weise, wie die Gesellschaft uns wahrnimmt, derzeit offenbar stark ab. Wir möchten gerne zeigen, dass wir verantwortungsbewusst und nachhaltig wirtschaften. Dazu tragen die jährlich wachsenden Blühflächen bei – dieses Jahr hat der Regionalbauernverband per Sammelbestellung Saatgut für circa 100 Hektar Blühflächen ausgegeben. Aber auch die grundwasserschonende Bewirtschaftung der Flächen und der Humusaufbau durch Zwischenfrüchte und organische Düngung sind gute Beispiele dafür.“  

Und das Gesprächsangebot an die Bürger gilt ebenso für die Plakate-Zerstörer: „Wir sind bereit, von einer Anzeige abzusehen, wenn sich die Verursacher bei uns melden. Sehr gerne würden wir erfahren, was sie an der Wetterauer Landwirtschaft kritisieren und warum sie unsere Plakate für „Fakes“ halten. Denn nur im Gespräch können wir solche Konflikte klären“, verdeutlicht Rahn-Farr.  

Wer etwas beobachtet hat und zur Klärung beitragen möchte, kann sich unter info@wetterauer-bauern.de oder telefonisch unter 06031/91752 melden.

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