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„Veränderungen ignoriert“

Betr.: Leserbrief „Ausdruck des Unvermögens“ von Markus Ruppel (BZ v. 26.1.2019) 

Sehr geehrter Herr Ruppel,

der BUND OV Butzbach hat sich mit den Standorten der drei geplanten Windkraftanlagen, den im Genehmigungsverfahren offengelegten Unterlagen und dem Genehmigungsbescheid beschäftigt. Noch einmal: Uns ist bewusst, dass beim Betrieb der Anlagen ein Restrisiko bleibt, sind aber der Überzeugung, dass diesem durch die Auflagen im Bescheid soweit als möglich Rechnung getragen wurde.

Was Ihre Kritik an der Vorgehensweise des Regierungspräsidiums (RP) angeht, ist der BUND OV Butzbach der falsche Adressat. Sie sollten sich diesbezüglich mit dem RP direkt auseinandersetzen.

Nur eine Anmerkung dazu: Nach der Genehmigung werden bezüglich der Lärmexposition die für allgemeine Wohngebiete zulässigen Werte zu Grunde gelegt. Zulässig ist nun eine Lärmexposition, die maximal zu einer um nicht ganz den Faktor 1,5 höheren Lautstärke führen kann. Zu einer Vervierfachung, wie im Leserbrief angegeben, kommt es jedoch nicht.

Ihrer Auffassung zum Infraschall können wir uns nicht anschließen. Das Umweltbundesamt, das LUBW und das LfU Bayern kommen zum Schluss, dass keine relevanten Infraschallemissionen von WKAs ausgehen. Auch eine Expertenanhörung in Hessen kam zu diesem Schluss.

Mit Ihrer Argumentation, es gebe keine menschlichen Einflüsse auf das Klima und die derzeit zu beobachtenden Wetterphänomene seien rein zufällige Effekte, nehmen Sie endgültig Abstand zur durchgängigen Berichterstattung in seriösen Medien (auch zur Berichterstattung der Butzbacher Zeitung) und lassen die einschlägigen Fachveröffentlichungen komplett außen vor. Sie ignorieren außerdem geflissentlich die Veränderungen, die vor Ort in Butzbach ganz real zu beobachten sind: z. B. wird in der gleichen Ausgabe der Butzbacher Zeitung, in der Ihr Leserbrief erschienen ist, ausführlich über die massiven Schäden durch die Klimaentwicklung der letzten Jahre im Butzbacher Stadtwald berichtet. Die Mitglieder des BUND OV Butzbach haben bei der Pflege der Obstwiese in Hoch-Weisel in den letzten 25 Jahren beobachtet, dass die Apfelblüte sich kontinuierlich „nach vorne“ verlagert und damit die Gefahr von Schäden durch Nachtfrost steigt. Hinzu kommt die extreme Dürre des zurückliegenden Jahres. Das alles soll bloß ein 150-jähriger Zufall sein? Herr Ruppel, damit machen Sie sich Argumente der Klimaskeptiker zu eigen und begeben sich in politisch äußerst fragwürdiges Fahrwasser!

Eines noch zum Schluss: Wenn Sie mit der „Verschiebung von Geld“ auf eine mögliche Bepreisung von CO2-Emissionen anspielen (z. B. durch eine CO2-Steuer) – das wird selbst in Medien, die der Wirtschaft durchaus nahestehen, nicht rundweg abgelehnt (s. Handelsblatt online, 27.11.2018, „Eine CO2-Steuer könnte beim Thema Klimaschutz die Lösung sein“)! Ganz konkret im Raum steht dagegen eine Belastung der Bürger in Butzbach durch den Stadtverordnetenbeschluss zum Ausstieg aus dem Windkraftprojekt trotz gültiger Verträge.

Gernot Krämer, BUND OV Butzbach

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