Vereinsring Butzbach ehrt Vereine, die coronabedingt Jubiläen nicht feiern

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Vereinsring Butzbach ehrt Vereine, die coronabedingt Jubiläen nicht feiern

BUTZBACH. Reinhard Auer (l.) und Michael Rüspeler (r.) nahmen für den TSV Butzbach die Jubiläumsehrung von Rainer Hachenburger, Robert Werner und Andreas Catlin entgegen.

Auszeichnung für TSV Butzbach, SV Nieder-Weisel, SV Fauerbach-Philippseck und Kleingartenbauverein

BUTZBACH (hwp). Coronagerecht unter freiem Himmel und mit Abstand wurden zum Wochenende in einer Regenpause vier Butzbacher Vereine aus Anlass ihrer Jubiläen in diesem und dem vergangenen Jahr vom Vereinsring Butzbach geehrt. 

Der Turn- und Sportverein 1846 Butzbach (175 Jahre), der Sportverein 1921 Nieder-Weisel (100 Jahre), der Sportverein Philippseck-Fauerbach (50 Jahre) und der zur Ehrung gastgebende Kleingartenbauverein Butzbach 1920 (100 Jahre in 2020) waren vertreten. Ihre Vorstandsmitglieder waren zum Jakob-Berg-Heim in der Kleingartenanlage „Gambacher Weg“ gekommen. Ihnen allen war es wegen der Corona-Pandemie bisher nicht möglich, in einem großen Rahmen ihre Jubiläumsveranstaltungen durchzuführen, was aber auf jeden Fall nachgeholt werden soll. 

Da wollte Butzbachs seit 51 Jahren bewährte Dachorganisation von 143 angeschlossenen Vereinen und Verbänden, der Vereinsring, ein erstes Zeichen einer Wertschätzung in diesen ungewöhnlichen Zeiten mit seiner Ehrung setzen. Die Auszeichnungen überreichten Robert Werner (Vorsitzender), Andreas Catlin (2. Vorsitzender) und Geschäftsführer Rainer Hachenburger am Freitag, wobei die Ehrung des SV Philippseck aus terminlichen Gründen am Sonntag gesondert erfolgte.

Dem TSV Butzbach, vertreten durch Michael Rüspeler und Reinhard Auer, wurde zu seinem geschichtsträchtigen 175-jährigen Bestehen als großer Verein mit Tradition und Historie sowie Wurzeln, die auf Friedrich Ludwig Weidig zurückgehen, gratuliert: „Sehr schön war die in die Tat umgesetzte Idee zur Errichtung eines Gedenksteines am Jubiläumstag. Der Sport stand und steht beim TSV zwar im Mittelpunkt – unvergessen beispielsweise die Zeit, als die TSV-Handballer in der Bundesliga spielten –, aber das Gesellige und das Miteinander sowie die zwischenmenschlichen Begegnungen sorgen bis heute dafür, dass sich über alle Altersgrenzen hinweg die Menschen im Verein wohl fühlen“, so der Vereinsring. Für diese großartige Leistung einer erfolgreichen Vereinsführung in der Vergangenheit und Gegenwart erhielt der Vorstand ein Geldpräsent des Vereinsrings.

Ein entsprechendes Geldgeschenk gab es auch für Steffen Häuser, der für den SV Nieder-Weisel gekommen war und dessen Verein auf stolze 100 Jahre zurückblickt. Auch hier wiesen die Vereinsring-Laudatoren auf den Sport als Mittelpunkt im Verein hin, der seit Jahrzehnten vor allem im Fußball für Schlagzeilen sorgt und seit einigen Jahren stolz ein neues Vereinsheim am örtlichen Sportplatz sein eigen nennt. Hier wie beim TSV Butzbach ist neben sportlichen Erfolgen ganz wichtig auch beim SV Nieder-Weisel das gesellige Vereinsleben und wie immens wichtig dieser Aspekt gerade in Pandemiezeiten ist, zeige sich aktuell besonders eindeutig, ja sogar für die Stadtteilgemeinschaft über reine Vereinsgrenzen hinweg, ist es bedeutsam geworden.“

Immer schon ein Geheimtipp, sind die Kleingärten in Deutschland wie in Butzbach aktuell begehrter denn je und lange Wartelisten zeugen davon. Der Kleingartenbauverein Butzbach blickte bereits im Jahr 2020 auf sein 100-jähriges Bestehen zurück, doch wegen Corona konnte keine größere Veranstaltung stattfinden. So nahmen Kai Siegl, Mario Hankel und Hildegard Häberle vom Vereinsvorstand den inhaltsvollen Umschlag als Jubiläumsgabe des Vereinsrings entgegen: „Der Garten spielt für viele Menschen eine immer größere Rolle. Nicht nur des Freizeitwertes, sondern auch seines Nutzens wegen. Der Trend geht immer mehr hin zu individuellen Erzeugnissen – was früher selbstverständlich war und inzwischen fast vergessen, erlebt heute eine Renaissance. Die selbst geerntete und eingekochte Marmelade vom Obst aus dem eigenen Garten, der Schnaps aus gegorener Maische oder das Gemüse, die angebauten Kräuter – alles Schätze, die man nicht mehr missen möchte. Damit aus Gartenfreude keine Enttäuschung wird, sind Erfahrung und Kenntnisse nötig. Bei aller Literatur oder Internetweisheiten – unersetzbar ist der persönliche Erfahrungsaustausch und das gemeinsame Miteinander. Und wo ist man da besser aufgehoben als im Kreis der Mitglieder eines Gartenbauvereins – beispielhaft dafür steht die Erfolgsgeschichte des Kleingartenbauvereins Butzbach!“

Andreas Kattenberg nahm für den SV Philippseck-Fauerbach  die ehrenden Worte samt Präsent am Sonntag entgegen: „Als sich die Initiatoren vor fünf Jahrzehnten zusammen taten, um ihre gemeinsame Leidenschaft des Fußballspielens auf eine gemeinsame organisatorische Grundlage zu stellen, hat der Sportverein von Anfang an weitere wichtige gesellschaftspolitische Aufgaben in Fauerbach übernommen und so manchen Erschwernissen in all den Jahren getrotzt. Der Verein ist inzwischen mehr denn je eine feste Institution in Fauerbach, die nicht nur sportliche Betätigungen anbietet und durchaus auch engagierte Mitglieder aus der umliegenden Region in ihren angenehm zwischenmenschlich vernetzten Reihen begrüßt, die sich hier bestens aufgehoben fühlen“, so der Vereinsring.

Das Vorstandstrio des Kleingartenbauvereins Butzbach war Gastgeber der Ehrungen und selbst Jubilar mit (Foto oben r., v.l.) Kai Siegl, Hildegard Häberle, Rainer Hachenburger, Robert Werner, Andreas Catlin und Mario Hankel.

Die Ehrung des SV Nieder-Weisel nahm Steffen Häuser entgegen (l.) und die Gratulation für den SV Fauerbach Philippseck Andreas Kattenberg. Text + Fotos: hwp

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