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Verkehrs-Gesamtkonzept gefordert

Foto: dreut

STADTTEILBEIRAT I – Parken, Elterntaxi und hohe Geschwindigkeiten im Degerfeld in der Kritik

BUTZBACH (dt). Fast gesprengt wurde die vorgesehene Tagesordnung der Sitzung des Stadtteilbeirats am Mittwochabend im Quartierszentrum Degerfeld. Das hat jetzt endlich ein neues Logo mit neuen (Hinweis-)Schildern bekommen und trägt nun den fröhlichen Namen „Treffpunkt Degerfeld“, wobei der „punkt“ durch einen wirklichen Punkt dokumentiert wird. Es war ein Stück praktizierte, lebendige, offene Demokratie: Gekommen war zu der monatlichen Tagung diesmal eine recht ansehnliche Zuhörergruppe, die sich intensiv am gemeinsamen Gespräch beteiligte und die deutliche Forderung nach einem Gesamtkonzept für die Verkehrssituation im Degerfeld forderte. Tenor: Man wolle sich nicht mehr „vertrösten“ lassen. 

Einzelne Maßnahmen der städtischen Organe und Ordnungsamtes zur Verkehrsregulierung empfinde man nur als Flickwerk, so dass es weiterhin zahlreiche „Baustellen“ gebe. Stadtteilbeiratsvorsitzender Michael Schröter kennzeichnete zunächst aus seiner Sicht die zwei wichtigsten: die eingerichteten Bring- und Holzonen an der Schule und die generelle Parksituation in den Straßen. Die Zuhörer ergänzten als dritte „Baustelle“ die subjektiv empfundenen zu hohen Geschwindigkeiten, mit denen sich Autofahrer im Degerfeld insgesamt bewegten. Wie anwesende Bewohner aus persönlichem Erleben drastisch schilderten, grenze das Verhalten und Miteinander von Pkw-Lenkern auf den Straßen in Einzelfällen regelrecht an Verkehrs-Rowdytum. Doch zunächst ging es – der Tagesordnung folgend – um die seit Monaten diskutierte und dringend geforderte Entspannung der Verkehrssituation rund um die Degerfeld-Grundschule („Elterntaxi“).   

Mittlerweile, so Schröter, seien im Zuge des Beginns des neuen Schuljahres vor zehn Tagen dort in der Pohl-Gönser- und Haydnstraße die lange geforderten Bring- und Holzonen für die anfahrenden Eltern mit der Aufstellung von Schildern eingerichtet worden. Sissy Riedel vom Elternbeirat der Degerfeldschule berichtete in der Sitzung noch von erheblich Startproblemen, da ein Teil der Eltern die Zonen nicht – wie gewünscht und erforderlich – angenommen hätte. So werde die Zone in der Haydnstraße offensichtlich nicht akzeptiert. Bisher ginge es am Morgen vor Schulbeginn weiter „recht chaotisch“ zu, sodass es unverändert zu prekären Verkehrssituationen komme. 

Vorsitzender Schröter, der die derzeitige Verkehrssituation rund um die Schule mit eigenen, aktuellen Fotos dokumentierte, kennzeichnete die aktuelle Situation als „Evaluationsphase“. Nach der weiteren Beobachtung des Geschehens müsse eine „Nachjustierung“ erfolgen. Um in dieser Erprobungsphase flexibel reagieren zu können, habe das Ordnungsamt noch keine festen Markierungsschilder aufgestellt.  

Auf die aktuelle Verkehrssituation – mit neu geplanten Parkzonen – auf der und rund um die John-F.-Kennedy-Straße eingehend, berichtete Schröter von einer künftigen starken Einschränkung der Anzahl der Parkmöglichkeiten. Laut Information der Polizei seien mehr als drei parkende Pkw am Straßenrand für einen fahrenden Pkw-Lenker nicht überschaubar; darum komme es bei Gegenverkehr zur Situation, dass Autos widerrechtlich über den Bürgersteig fahren. Ähnliche Probleme gebe es in der New-York-Straße und auch anderen Straßen im Degerfeld. 

An der Diskussion beteiligte sich eine größere Anzahl der Besucher, die auf weitere Brennpunkte hinwies wie etwa eine mögliche Öffnung der Gerald-Ford-Straße zur Durchgangsstraße, die bessere Absicherung der Ovidstraße, die eine „Schulstraße“ sei, die Lösung des Problems in der Tacitusstraße oder die Ausstattung der Vergilstraße als Spielstraße, wobei eventuelle bauliche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um die derzeit gefahrenen Geschwindigkeiten zu drosseln.  

Ausschussmitglied Benjamin Seliger plädierte dafür, bei kleineren Verkehrsverstößen nicht stets gleich nach dem Ordnungsamt zu rufen, sondern auch einmal zu versuchen, Dinge im Miteinander klären. Uwe Jung verwies darauf, dass der Stadtteilbeirat keinerlei Entscheidungsbefugnisse habe, sondern Probleme aufzeigen und weiterleitend zur Sprache bringen könne. Schröter sah den Beirat generell gefordert bei der Gestaltung des Lebens- und Wohnumfelds im Degerfeld. 

Zusammenfassendes Fazit: Stadtteilbeirat und Bewohner fordern eine für alle Bürger offene „Stadtteilrunde“ zum Thema Verkehr, ein Forum mit entsprechenden Experten – auch von außen. Im Rahmen einer „Gesamtbetrachtung“, müsse es danach das Ziel sein, ein nachhaltiges Verkehrs-Gesamtkonzept für das Degerfeld zu erstellen.  Quartiersmanager Aaron Löwenbein brachte dazu als Termin für eine solche gemeinsame Veranstaltung Mitte September ins Gespräch.   

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