Viele Besucher kamen am Wochenende nach Butzbach zum 527. Faselmarkt

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Viele Besucher kamen am Wochenende nach Butzbach zum 527. Faselmarkt

BUTZBACH. Ein Besuchermagnet war wieder das Riesenrad. Fotos: hwp

BUTZBACH (hwp). Der Butzbacher Faselmarkt 2020 präsentierte sich zur Freude der Gäste, Schausteller, Marktbeschicker, wie auch den mit der Stadtkultur gemeinsam das traditionelle Fest gestaltenden beiden Generalpächtern Heinz-Jürgen Kalbfleisch und Norbert Winter frühlingshaft mit immer wieder freundlichem Sonnenschein und froh gestimmten Besuchern, die vor allem am Sonntag bei trockener Witterung die Altstadt mit munterem Leben erfüllten. 

Die vielen Festgäste aus nah und fern hatten ihre Freude am mittelalterlichen Altstadtambiente, fuhren mit dem prächtigen Ostsee-Riesenrad mit freier Sicht über die Dächer Butzbachs hinaus und auch der Genuss marktspezifischer Spezialitäten von der Bratwurst bis zu gebrannten Mandeln und frischen Schaumküssen gehörte einfach dazu. Das Frühlingsfest der Region wird auch heute und am morgigen Dienstag noch etliche große und kleine Marktbesucher erfreuen. Besuchermagneten waren zudem auch die zahlreichen Events im Rahmen des den Faselmarkt begleitenden kulturellen Rahmenprogramms wie die Frühlingskunstausstellung und das Konzert der Musikschule am Sonntag. Der für den heutigen Montag vorgesehene Seniorennachmittag (Alte Turnhalle) findet aus Sorge um mögliche Ansteckungen mit dem Coronavirus nicht statt. Bereits zur Markteröffnung hatte man aus gleichem Grund auf den beliebten Fassbieranstich verzichtet. Am morgigen Dienstagnachmittag gibt es nicht nur auf den Fahrgeschäften ermäßigte Preise zum Abschluss der unterhaltsamen  Faselmarktangebote 2020. 

Rummelplatzvergnügen mit Karussellspaß pur 

Rund um den Marktplatz mit unterhaltsamen Spielangeboten vom Enten angeln bis zur Schießhalle und dem aus der Hansestadt Rostock in die Weidig-Stadt gekommenen prächtigen weiß-blauen „Ostsee-Stern-Riesenrad“, dem derzeit modernsten Fahrgeschäft seiner Art in Europa mit toller Sicht über Stadt und Land und einer abendlichen Farbenpracht dank 150 000 Lichtern, ging wieder Faszination aus. Vor den durch neue Sicherheitsbestimmungen bedingten, wenigen noch angereisten Marktständen der mobilen Händler in der Weiseler Straße und Wetzlarer Straße standen die Menschen immer wieder, um staunend so manch interessante Warenangebot etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Hinter dem historischen Rathaus für die Kids ein toller Trampolin-Bungee-Parcours und direkt daneben Hölzers „X-Factory“ aus Siegen, der in der Manier eines riesigen Scheibenwischers die jungen Fahrgäste erfreute. Von dem Vergnügungspark auf dem Gelände der „Alten Mälzerei“ gellten auch dieses Jahr ein ums andere Mal die freudigen Schreie der zumeist jugendlichen Fahrgäste des „Hollywood-Star“ aus Wiesbaden – einem sich in die Höhe drehenden Fahrgeschäft mit zusätzlich drehbaren Gondeln. Ebenfalls jede Menge Spaß daneben mit dem Auto-Skooter von Wolfgang Kopf (Aschaffenburg). Zum Rummelplatzvergnügen auf der „Alten Mälzerei“ gehörte auch der im Haifischlook aufgebaute gut frequentierte „Movie Ride“ aus Mainz – eine tolle 7 D-Filmsimulation mit vielen Überraschungen. 

Auf dem Marktplatz hatten die kleinen Marktbesucher Spaß bei ihren Rundfahrten mit der modernen Kinder-Rennbahn oder auf dem Rücken eines der hölzernen Pferdchen des barocken Kinderkarussells. 

Der Bummel über den Markt, am Sonntag noch attraktiv erweitert durch die Ladenöffnung des Butzbacher Einzelhandels, machte Freude aber auch hungrig und durstig und die Füße benötigen auch einige Momente der Erholung. Da war man bei den vielen Verkaufswagen mit Spezialitäten bestens bedient. Butzbachs internationale Gastronomie stand vor den eigenen Lokalen mit Messer und Gabel oder Stäbchen für die Gäste bereit, die chinesisch, italienisch oder türkisch speisen wollten und die gut bürgerliche deutsche Küche war auch präsent. 

Am Samstagvormittag begann das von Martin Guth moderierte Spektakel inmitten der Perle der Wetterau bei bestem Wetter mit der Feuerwehrmusik Butzbach/Kirch-Göns und einem beschwingten Platzkonzert unter Leitung von Thomas Müller bis 12.00 Uhr, das dem offiziellen Geschehen um die Markt-Eröffnung den musikalischen Rahmen bot. Trotzdem hatte die ökumenische Andacht mit Vertretern der katholischen Sankt Gottfriedsgemeinde, der evangelischen Markusgemeinde und der Evangelischen Stadtmission sowie der orthodoxen Gemeinde. Bürgermeister Merle lobte das Zustandekommen dieser Veranstaltung und dankte allen daran beteiligten städtischen Mitarbeitern vom Kulturamt, dem Baubetriebshof, den Vereinen und Organisatoren.  

In Anwesenheit zahlreicher Bürger, Gäste, der Schausteller mit ihrem mittelhessischen Verbandsvorsitzenden Werner Wambold an der Spitze sowie lokalen Politikern, Vertretern des Vereinsrings und als Stammgast Rockenbergs Bürgermeister Manfred Wetz, wurde der viertägige Markt eröffnet und die  „Weidig-Stadt“ präsentierte sich im Glanz ihrer besten Zeiten für und mit ihren Besuchern. Riesenrad-Seniorchef „Hansi“ Gormanns spendierte spontan allen Offiziellen und natürlich auch den privaten Besuchern auf dem Marktplatz eine Rundfahrt mit seinem „Ostsee-Stern“. Und alle Besitzer der Fahrgeschäfte überreichten durch Norbert Winter an Alexander Kartmann (Butzbacher Wohnungsgesellschaft) viele Fahrchips für die Kinder und Jugendlichen des durch Brandschaden unbewohnbaren Butzbacher Hochhauses als kleine Geste jenseits aller weiteren notwendigen Hilfe für die obdachlos gewordenen Mitbürger. 

Erstmals gab und gibt es zwei Führungen zur Geschichte der Butzbacher Märkte und mit Blick hinter die Kulissen am Samstag und am heutigen Montag mit dem Kulturamt und den beiden Marktpächtern. Am Montag (14.00 bis 16.00 Uhr) macht zudem vor dem Rathaus das Reisemobil von Radio „harmony.fm“ /Radio FFH-Gruppe) Station – mit Gewinnteilnahme für einen neuen Tabbert-Caravan. 

Am heutigen Montag wird sich das Markttreiben in Butzbachs Altstadtstraßen fortsetzen und am Dienstag locken dann Belustigungsgeschäfte und der Vergnügungspark bei stark ermäßigten Karussellpreisen mit dem „Familiennachmittag“ zum Besuch des letzten der vier Faselmarkttage. Nicht vergessen ist der Selbsterzeuger- und Bauernmarkt – er fand mit kleinerer Beteiligung am Samstag  trotz Markttreiben statt. Am Rossbrunnen beziehen sie während des Marktes zur gewohnten Zeit ihr Quartier – die Händler mit ihren frischen Erzeugnissen aus Landwirtschaft und Viehzucht. 

Die Butzbacher Traditionsmärkte mit ihren Beschickern als bislang seit Jahrhunderten hervorragend bewährte und beliebte Werbeträger dieser Stadt kämpfen nicht nur mit der wechselhaften Witterung und wie dieses Jahr mit den Risiken einer internationalen Coronavirus-Epidemie, sie müssen mit den Städten auch Lösungen trotz neuer Sicherheitsrichtlinien finden, um mit einer einladenden Altstadt voller pulsierendem Leben auch abseits des Marktplatzes weiterhin attraktiv zu bleiben für die Bürger und Gäste aus der ganzen mittelhessischen Region. 

Musikalisch umrahmt wurde die Markteröffnung von der Feuerwehrmusik Butzbach/Kirch-Göns.

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