Viele Besucher kamen kostümiert zum Fastnachtsgottesdienst

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Viele Besucher kamen kostümiert zum Fastnachtsgottesdienst

Motto: „Bei eus ean de Kirch do isses schie“ / Fröhlichkeit und Besinnlichkeit

POHL-GÖNS (win). Ungewöhnlich schwungvolle Klänge ertönten auf der Orgel in der Pohl-Gönser Kirche zu Beginn des gestrigen Gottesdienstes. Organist Giorgi King intonierte den Narrhallamarsch. Mit dem Fastnachtsgottesdienst, der unter dem Motto „Bei eus ean de Kirch do isses schie“ stand, wurde die seit Jahren bestehende Tradition der evangelischen Kirchengemeinden Cleeberg, Espa, Kirch-Göns und Pohl-Göns fortgeführt.

Pfarrerin Birgit Müller und Pfarrer William Thum begrüßten zahlreiche Besucher aus Cleeberg, Espa, Kirch-Göns, Pohl-Göns und anderen Gemeinden, die der Einladung gerne gefolgt und kostümiert zum Gottesdienst erschienen waren. Auch eine Abordnung des Pohl-Gönser Fassenachtsvereins und der Garde war anwesend. Sie alle erwartete ein besonderer Gottesdienst, der mit besinnlichen und schwungvollen Teilen, mit nachdenklichen wie erheiternden Passagen von den beiden Gottesdienern liebevoll gestaltet wurde. Es ging einmal mehr darum zu zeigen, dass – gerade auch weil die Welt so ist wie sie ist – die Menschen doch Grund zur Freude und zum Lachen haben dürfen. Denn „Fröhlichkeit und Besinnlichkeit gehören zusammen“, ist Pfarrer Thum überzeugt. In ihrer kurzen Predigt erinnerte Pfarrerin Müller daran, dass jeder auf das Wohl des anderen achten solle. Kirche solle einladend sein, sodass auch diejenigen wieder Lust haben zum Gottesdienst zu kommen, die sonst nicht oft in der Kirche anzutreffen sind, ergänzte Thum.

Was wäre ein Gottesdienst ohne Musik und Gesang? Sie gehören einfach dazu. Und so wurde bei „Ich lobe meinen Gott“ und „Laudato si“ dann auch kräftig mitgesungen. Eine kleine Herausforderung gab es bei dem Lied „Preiset den Herrn, Halleluja“ zu meistern. Thum forderte zunächst die Herren auf, den Satzanfang „Preiset den Herrn“ zu übernehmen und dabei jedes Mal aufzustehen. Mit „Halleluja“ führten die Damen den Satz zu Ende und mussten sich ebenfalls von ihren Plätzen erheben. Beim nächsten Mal waren nur diejenigen mit singen dran, die aus einer fremden Gemeinde kommen. Und zum Schluss wurde nach Alter in „unter 30“ bzw. „über 30“ unterteilt. Angesichts des stimmgewaltigen jungen Gemeindechors stellte Thum erfreut fest, dass die Jugend „nicht unsere Zukunft, sondern bereits unsere Gegenwart ist“.

Frei nach „Fäägmeel“ erläuterten Fabio, Heide und Angela aus Pohl-Göns im Wechsel mit William Thum in bester Mundart noch einmal ausdrücklich „Bei eus ean de Kirch do isses schie“. Die anschließende Musik vom Band „schwächelte“ zwar ein wenig, tat der heiteren Botschaft aber keinen Abbruch. Konfirmand Fabio, der letztes Jahr seinen Einstand in der Bütt gab, wird auch dieses Jahr wieder mit einer Büttenrede die Fastnachter erfreuen, wusste Thum zu berichten. In Anerkennung seiner Verdienste um die Heiterkeit seiner Mitmenschen verlieh er ihm den „Hulda & Fulda“-Orden; eine außergewöhnliche Auszeichnung und Ehrung, die nur ganz wenigen Menschen zuteil wird. Thum sinnierte weiter, was alles zum Ablauf eines Gottesdienstes dazugehöre, beispielsweise Kaugummi unter der Bank, Knöpfe im Klingelbeutel oder auch Gemeindemitglieder, die während der Predigt einschliefen oder Pfarrer, die sogar in Hausschuhen predigten. Auch Jörg Schmidt, Kirchenvorstand aus Cleeberg, hatte ein paar heitere Anekdoten parat, die er zum Besten gab.

Die Kirche ist ein Ort, an dem geweint, aber auch gelacht werden darf. Mit dem Fastnachtslied „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel“ endete schwungvoll und heiter der diesjährige Fastnachtsgottesdienst. Zum Narrhallamarsch zog das Pfarrergespann Thum/Müller aus der Kirche, um die fröhlichen und gutgelaunten Gemeindemitglieder am Ausgang persönlich mit Handschlag zu verabschieden. Im nächsten Jahr findet der Fastnachtsgottesdienst in der Kirche in Kirch-Göns statt.

POHL-GÖNS. Fabio, Heide und Angela aus Pohl-Göns trugen im Wechsel mit William Thum in bester Mundart „Bei eus ean de Kirch do isses schie“ vor. POHL-GÖNS. Auch Jörg Schmidt, Kirchenvorstand aus Cleeberg, hatte ein paar heitere Anekdoten parat, die er zum Besten gab.

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