Viele Bürger kamen auf den Schrenzer zur Einweihung der neuen Schutzhütte

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Viele Bürger kamen auf den Schrenzer zur Einweihung der neuen Schutzhütte

BUTZBACH. Die Feierstunde  am Samstagnachmittag zur Wiedereinweihung der nach einem Brand auf dem Schrenzer wieder aufgebauten Schutzhütte wurde von der Feuerwehrkapelle eröffnet.

BUTZBACH (kw). Bestes Wanderwetter herrschte am Samstag zur Einweihung der neuen August-Storch-Gedächtnishütte auf dem geschichtsträchtigen Schrenzer oberhalb Butzbachs. Der Taunusklub Butzbach hatte zu einer Wanderung mit Ziel Schrenzer eingeladen und viele der zahlreichen Besucher nutzten das gute Wetter zu einer Wanderung in kleinen Gruppen oder per Fahrrad, um an der Einweihungsfeier teilzunehmen. Auch Bürgermeister Michael Merle hatte die klimafreundliche Variante von Pohl-Göns aus gewählt.  

Begrüßen konnte der Rathauschef neben Mitgliedern der städtischen Gremien und Parteien auch Vertreter verschiedener Vereine und vor allem die Haupttriebfedern, die dieses Projekt in so kurzer Zeit zum Abschluss bringen konnten: Dieter Axmann, 1. Vorsitzender des Taunusklubs Butzbach und Professor Ulrich Grimminger (Konbau), der mit „seinen“ Studenten die Planungen, Ausschreibungen und Bauleitung begleitete. Auch die Gremien und Ressorts der Stadt, die mit schnellen Entscheidungen und intensiver Unterstützung die Arbeiten unterstützten sowie die Spendeninitiative der Butzbacher Zeitung, die eine neue Dynamik in das Projekt brachte, seien hier erwähnt. 

Bürgermeister Merle bedankte sich bei den beteiligten Firmen für die gute Zusammenarbeit, die in Pandemiezeiten neue Herausforderungen und Vorgehensweisen brachte, aber vielleicht auch deshalb so kon-struktiv war.  

Wie sehr der Butzbacher Bevölkerung der Wiederaufbau dieser Schutz- und Aussichtshütte, dem „Schrenzertempel“ wie sie vorher hieß, am Herzen lag, machte Merle an der hohen Spendenbereitschaft, der trotz Covid-19, stattlichen Besucherzahl und der Bereitschaft zusätzliche Zeit einzubringen, wie das Beispiel der Feuerwehrkapelle Butzbach zeigt, die unter ihrer Dirigentin Scholl zusätzliche Übungseinheiten einlegte, um diese Feierstunde umrahmen zu können, fest. 

Prof. Ulrich Grimminger ging in seinem Redebeitrag vor allem auf die baulichen Vorgaben und Herausforderungen ein. In enger Abstimmung mit der Stadt Butzbach konnten historische Reste des alten Gebäudes mit neuer Holzbauweise kombiniert werden und so kam ein gelungenes Gesamtwerk zu Stande. In der metallenen Turmspitze wurde neben den üblichen Planungsunterlagen und Bauzeichnungen auch eine FFP2-Maske, als Sinnbild für die aktuelle Situation, deponiert, um sie der Nachwelt zu dokumentieren. Zum Schluss seiner Ausführungen gestand Grimminger, dass er in jungen Jahren diese Schutzhütte oft besucht habe um zusammen mit Freunden zu feiern und die tolle Aussicht über Butzbach und die Wetterau zu genießen. Für die geplante Neugestaltung des Schrenzerhanges erhofft sich Grimminger, dass es gelingen möge, diese Aussicht wieder herzustellen. 

Dieter Axmann als Vorsitzender des Taunusklubs Butzbach ließ anschließend den Werdegang des Engagementes des Vereins zur Verschönerung und Erschließung der Butzbacher Umgebung durch Wanderwege und Aussichtspunkte Revue passieren: Turm auf dem „Hausberg“. Danach erster Aussichtspunkt in Stadtnähe auf dem Schrenzer bis hin zu der im letzten Jahr einem Brand zum Opfer gefallenen, 1925 vom damaligen 1. Vorsitzenden des Taunusklubs Rektor August Storch eingeweihten Schutzhütte. Plötzlich und unerwartet verstarb wenige Wochen nach der Einweihung August Storch, der 15 Jahre die Geschicke des Vereins geleitet hatte und auch in Gesellschaft und Vereinsleben der Stadt sehr engagiert war. Zu seinen Ehren wurde 1926 die Schutzhütte in August-Storch-Hütte benannt. Eine dem Original nachgebildete Tafel, die vom Taunusklub Butzbach initiiert und in Zusammenarbeit mit der Firma Weimar gefertigt wurde, wird in Zukunft wieder den Eingangsbereich schmücken. 

In seinen, in Kurzfassung vorgetragenen, historischen Recherchen wies Dr. Dieter Wolf als ehemaliger Museumsleiter und Historiker der Stadt Butzbach (immer noch brennt er für Butzbach, so Bürgermeister Merle in der Ankündigung des Redebeitrages) vor allem auf die zwiespältigen Gesichter August Storchs hin. Zum einen die Verdienste für Stadt, Vereine und Gesellschaft Butzbachs und zum anderen die politischen Ansichten und Aktivitäten Storchs. Diese sorgen selbst heute noch für kon-troverse Diskussionen und sollten, so Dr. Wolf, zu Ende recherchiert, diskutiert und damit aufgearbeitet werden.  

Bürgermeister Merle lud im Anschluss an den offiziellen Teil die Besucher zum Verbleiben ein. Marcus Welke von der benachbarten Saunalandschaft Vitalis hatte für das leibliche Wohl vorgesorgt.

Bürgermeister Michael Merle bei seiner Begrüßungsansprache. Fotos: kw

BUTZBACH. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde am Samstagnachmittag die wiederaufgebaute Schutzhütte auf dem Butzbacher Schrenzer wieder ihrer Bestimmung übergeben. Die benachbarte „Schrenzeralm“ sorgte für das leibliche Wohl.

BUTZBACH. Die Festansprache zur Wiedereinweihung der Schutzhütte auf dem Schrenzer hielt der Historiker Dr. Dieter Wolf.

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