Vor 30 Jahren fiel die tödliche Grenze mitten durch Deutschland

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Vor 30 Jahren fiel die tödliche Grenze mitten durch Deutschland

Zwei Ausstellungen im Friedberger Kreishaus erinnern an den Mauerfall

WETTERAUKREIS (pdw). 2019 jährt sich zum dreißigsten Mal der Fall der Berliner Mauer. Der Wetteraukreis wird mit eigenen Veranstaltungen diesen Gedenktag würdigen. Am Montag, dem 12. August wird Landrat Jan Weckler die Ausstellung GRENZENlos I im Friedberger Kreishaus, Gebäude A eröffnen. 

Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer und damit einer tödlichen Grenze mitten durch Deutschland. In der DDR sah man mit der Abriegelung des Ostsektors von Berlin und der sowjetisch besetzten Zone den einzigen Weg, um den ständig steigenden Flüchtlingsstrom Richtung Westen zu beenden.

In den frühen Morgenstunden des 13. August wurden Straßenpflaster aufgerissen, Asphaltstücke und Pflastersteine zu Barrikaden aufgerichtet, Betonpfähle eingerammt und Stacheldrahtverhaue gezogen. „Es folgte eine 28 Jahre lange Trennung, eine Todesgrenze mitten durch unser Land“, so Landrat Jan Weckler.

In den folgenden Jahren wurden unzählige Versuche gemacht, diese Mauer zu überwinden. Mehr als 100 Menschen starben alleine durch die Schüsse an der Berliner Mauer.

„Wir haben es der Kraft der Menschen, ihrem unbedingten Freiheitswillen und dem Wunsch nach demokratischen Verhältnissen in der DDR zu verdanken, dass diese Mauer nicht von Bestand war, dass die friedliche Revolution der Menschen in der DDR die Mauer nach monatelangen Demonstrationen am 9. November 1989 zum Einsturz brachte.“ 

Ausstellung GRENZENlos I

Zum Jahrestag des Mauerbaues lädt Landrat Jan Weckler zur Ausstellung „GRENZENlos I“ für Montag, 12. August, 18 Uhr, in die Galerie im Kreishaus, Gebäude A, am Europaplatz, ein.

Ralf Clement und Marie-Luise Leonhardt-Feijen aus dem Unstrut-Hainich-Kreis und Marcel Pfeffer und Su-Kyoung You aus dem Wetteraukreis haben künstlerisch Stellung zum Mauerfall genommen und fragen: „Was hat sich in den Lebenswelten der alten, vor allem aber der neuen Länder verändert? Wo stehen sie heute? Welche Vorstellungen, Wünsche und Träume sind unerfüllt geblieben? Existiert die Mauer vielleicht immer noch, und sei es nur in unseren Köpfen?“. 

Besucherinnen und Besuchern soll die Ausstellung die Möglichkeit zur Reflektion geben, gleichzeitig soll sie als Projektionsflächen für eigene Gedanken zu unser aller Geschichte dienen.

In die Ausstellung einführen wird Joachim Albert, Vorsitzender des Friedberger Kunstvereins. Die musikalische Umrahmung übernehmen Corinna Danzer und Georg Wolf, beide Lehrer an der Musikschule in Friedberg.

Ausstellung GRENZENlos II

Am Freitag, 16. August, 8.30 Uhr wird Landrat Weckler im Gebäude B des Kreishauses am Europaplatz eine weitere Ausstellung – GRENZENlos II – eröffnen. Dann kommen junge Menschen zu Wort. Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses des Friedberger Burggymnasiums haben sich unter Anleitung von Lehrerin Ulrike Orten mit ihrem Leistungskurs die Frage gestellt: Welche Ängste kann der Bau einer Mauer mit sich bringen und welche Hoffnungen können aus ihrem Fall erwachsen? Schülerinnen und Schüler der Jugendkunstschule Mühlhausen haben den ehemaligen Todesstreifen besucht und ihre Gefühle und Erfahrungen in ihre Werke einfließen lassen. 

Beide Ausstellungen sind bis zum 8. November während der Öffnungszeiten des Friedberger Kreishauses montags bis mittwochs, von 7.30 bis 16.00 Uhr, donnerstags bis 18.00 Uhr und freitags bis 12.30 Uhr, zu sehen.

Talkrunde im Plenarsaal

Am 7. November, 19.00 Uhr schließlich lädt Landrat Weckler zu einer Talkrunde in den Plenarsaal des Friedberger Kreishauses ein. Zeitzeugen diskutieren über die spannende Zeit des Mauerfalls. An dem Gespräch nehmen teil: der frühere Landtagspräsident Norbert Kartmann, der frühere Landrat Rolf Gnadl, der langjährige Bürgermeister der Bad Nauheimer Partnerstadt Bad Langensalza, Bernhard Schönau und der damalige Pressesprecher des Kreises Reiner Engel. 

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