Vor 425 Jahren trieb in Cleeberg Konrad Weigel Geld- und Naturalien ein

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Vor 425 Jahren trieb in Cleeberg Konrad Weigel Geld- und Naturalien ein

Cleeberg. Getreideernte in früheren Zeiten – Zu den Aufgaben des Keller Konrad Weigel gehörte auch die Eintreibung von Geld- und Naturalabgaben wie dem Zehnten und Frucht-Gefällen.

CLEEBERG (ser). Über Jahrhunderte teilten sich die frühere Cleeberger Grafschaft mehrere Mitbesitzer als Ganerben. Als Verwalter setzten sie im Cleeberger Land mit den Dörfern Cleeberg, Brandoberndorf, Ebersgöns, Oberkleen sowie den untergegangenen Pomberg und Triebach „Keller“ ein.

Während die Schultheiße Mittelspersonen aller Ganerben in den jeweiligen Dörfern waren, waren die Keller Mittelspersonen der einzelnen Herrschaften für das Gesamt-Amt Cleeberg. Zu ihren Aufgaben zählte insbesondere die Eintreibung der Geld- und Naturalabgaben an die Lehns- beziehungsweise Grundherren. 

Die Leiningen-Westerburger hatten neben ihrem Sechstel-Anteil am Cleeberger Amt auch zahlreiche weitere Einkünfte. So weist die „Cleebergische Kellereinnahmung“ unter anderem den Zehnten von einem Schwalbacher Lehen, Hüttenberger Gefälle und Schatzungen, Gefälle aus dem Kirchspiel Grävenwiesbach und dem Stockheimer Gericht, Korn zu Ober-Mörlen und Ziegenberg, Zehnte zu Steinberg, Rechtenbach, Reiskirchen, Niederwetz auf. Damit erstreckte sich das Tätigkeitsfeld des Leiningen-Westerburger Keller weit über das Cleeberger Ländchen hinaus aus.

Vor 425 Jahren ernannte Christof Graf zu Leiningen-Westerburg – dem zu dieser Zeit ein Sechstel der früheren Grafschaft gehörte – Konrad Weigel zum neuen westerburgischen Keller im Cleeberger Amt. Am 30. Juni 1596 trat Weigel die Nachfolge von Heinrich Laurenti an. Ihm wurde der nachfolgende Bestellungsbrief übergeben:

„Heinrich Laurenti, der etliche Jahre die Kellerei Cleeberg geübt und bisher noch keine schriftliche und gewisse Bestellung gehabt und wir seinem Nachfolger eine angemessene Besoldung zu geben gewillt sind, so wollen wir mit Fleiß und oberherrlicher Gerechtigkeit handhaben und traulich jedes Jahr zur Dienstbesoldung zusagen: 10 Gulden Geldes Frankfurter Währung, ferner 2 Gulden am Himmeltag, 1 Gulden Hufschlag, 5 ½ Gulden für eine halbe Kleidung, 5 Malter Hafer auf sein Pferd und Aufzugsgeld an Hühnern 40, ein Achtel (ca 2 Zentner) Schutzhafer von Hüttenberg für die Dienstpflicht daselbst, 3 Tornus 6 Pfennig Beed zu Wetzen, 1 Mesten Hafer, 1 Huhn, klein Wildpret, Brennholz zehn Wagen, 1/8 Korn von jeder Rechnung, doch soll dann alles zur Rechnung gebracht sein, nämlich Hahnen, Hühner, Feldfrucht.

Verkündet und so gegeben am 30. Juni anno der Kleinen Zahl neunzigundsechs.

Christof Graf zu Leiningen-Westerburg.“

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