Vor 60 Jahren erhielt Peter Braasch eine US-amerikanische Auszeichnung

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Vor 60 Jahren erhielt Peter Braasch eine US-amerikanische Auszeichnung

Kirch-Göns. Noch heute ist Peter Braasch stolz auf eine Auszeichnung, die er vor sechzig Jahren als US-Soldat erhielt. Foto: pf

KIRCH-GÖNS (pf). Sechzig Jahre ist es jetzt her, dass der Kirch-Gönser Unternehmer Peter Braasch eine ganz besondere Auszeichnung erhielt, auf die er heute noch sehr stolz ist. Von 1958 bis 1962 war er US-amerikanischer Soldat in der 3. Armored Division (Panzerdivision) Spearhead (Speerspitze) und als solcher ab 1959 in der Kirch-Gönser Ayers-Kaserne stationiert. Im Juni 1962 wurde Peter Braasch mit dem General Maurice Rose Award ausgezeichnet für herausragende Leistungen in technischen Fertigkeiten, Führungsstärke, willensstarkem Charakter und hohen moralischen Einstellungen. Er erhielt die Auszeichnung aus den Händen vom Major General John R. Pugh, einem der ersten Kommandeure der Ayers-Kaserne.

General Maurice Rose war der ranghöchste Offizier der US-Armee, der im 2. Weltkrieg gefallen ist. Er fiel als Kommandeur der damals schon existierenden 3. Armored Division im Kampf gegen deutsche Truppen am 30. März 1945 bei Schließung des Ruhrkessels in der Nähe von Paderborn. Für Braasch war und ist es eine große Ehre, dass ihm vor sechzig Jahren die nach General Maurice Rose genannte Auszeichnung verliehen wurde. Sie hat noch heute einen Ehrenplatz in seinem Haus in der Kirch-Gönser Pfeifergasse.

Es war ein langer Weg von Peter Braasch bis in dieses Haus. Geboren wurde er 1932 in Mücheln (Geisental) in Sachsen-Anhalt. Von 1947 – 1950 absolvierte er in Bad Köstritz eine Gärtnerlehre und ging dann aufgrund der Verhältnisse in der damaligen DDR in die Bundesrepublik Deutschland, von wo aus er 1957 in die USA auswanderte. Dort wurde er 1958 zur US-Army eingezogen und nach der Grundausbildung in die Ayers-Kaserne in Kirch-Göns versetzt. Dort gab es damals am Bahnhof die Gaststätte Winter, wo er zum ersten Mal seine spätere Frau Leni sah, ein echtes Kirch-Gönser Mädchen, und sogleich begeistert von ihr war. Später kam man sich näher und 1961 wurde geheiratet. Aus der Ehe gingen die Kinder Petra, Jens und Jörg hervor.

Nach der Entlassung aus der US-Army ging das Ehepaar vorübergehend in die USA, kam aber dann 1963 nach Kirch-Göns zurück, wo 1964 ein Garten- und Landschaftsbaugeschäft gegründet wurde, das in zweiter Generation heute noch besteht. In den folgenden Jahrzehnten hat sich Braasch kommunalpolitisch engagiert und saß für die CDU viele Jahre im Ortsbeirat, dessen Vorsitzender er zweimal zehn Jahre lang war. Viele Jahre lang war er auch Vorsitzender des örtlichen Gesangvereins, dessen Ehrenvorsitzender er heute ist.

Was Braasch aktuell vor allem umtreibt, ist der Krieg in der Ukraine. Wenn er die Bilder davon im Fernsehen sieht, kommen alte Erinnerungen an die Zeit des 2. Weltkrieges auf. Von Mücheln aus konnte er mit seinen vier Brüdern die US-amerikanischen Bomber sehen, die Merseburg und die Hydrierwerke in Leuna anflogen und bombardierten. Man habe die Bomben fallen sehen wie Murmeln und dann die Explosionen hören können, die so viel Schlimmes auch für die Zivilbevölkerung brachten. Dass jetzt in der Ukraine auch wieder Zivilisten leiden müssen, bedrückt ihn sehr. Der fast neunzigjährige Peter Braasch kann nicht verstehen, so sagt er, dass es nach den Erfahrungen des 2. Weltkrieges wieder Krieg in Europa gibt.

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