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Vor finanziellem Ruin bewahrt

ENKELTRICK – Sparkassen-Angestellte Karin Schmidt zahlt 86-jähriger Butzbacherin kein Geld aus – 

BUTZBACH (pi). Bereits zum zweiten Mal verhinderte Karin Schmidt im BeratungsCenter der Sparkasse Oberhessen in Butzbach, dass eine Seniorin Opfer der perfiden Betrugsmasche „Enkeltrick“ wurde.

Als eine 86-jährige Butzbacherin ihre gesamten Ersparnisse abheben wollte, hatte Sparkassenmitarbeiterin Schmidt den richtigen Verdacht – irgendetwas stimmte dabei nicht. Sie handelte richtig und zahlte der Kundin kein Geld aus. „Frau Schmidt hat vorbildlich gehandelt. Es zeigt, wie gut unsere Mitarbeiter ihre Kunden vor Ort kennen und immer ein offenes Ohr für sie haben. Die Nähe zu unseren Kunden ermöglicht es, solche Diebstahlversuche zu verhindern“, erklärt Günter Sedlak, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberhessen.

„Rate mal, wer hier ist?“ So oder so ähnlich hat wahrscheinlich auch der „Enkeltrick“-Versuch Ende Januar in Butzbach am Telefon begonnen. Die 86-Jährige war spürbar nervös, als sie bei Karin Schmidt, Kassiererin im BeratungsCenter Butzbach, einen fünfstelligen Geldbetrag von ihrem Sparbuch abheben wollte. Auf Nachfrage, wofür die Butzbacherin ihre gesamten Ersparnisse brauche, erzählte sie, dass ihr „Sohn“, der eigentlich im Ausland lebe, dringend Geld für eine Anschaffung benötige und er das Geld gleich abholen wolle.

Das kam Schmidt komisch vor, denn die Vortäuschung einer finanziellen Notlage eines Verwandten ist ein beliebtes Mittel beim „Enkeltrick“. Deshalb bat sie die Kundin darum, das Geld zusammen mit ihrem Sohn abzuheben, was diese zunächst akzeptierte. Kurze Zeit später versuchte es die Kundin jedoch noch einmal, da sie erneut einen Anruf ihres „Sohnes“ erhalten hatte. „Letztlich lehnte ich die Auszahlung unter einem Vorwand ab“, so Schmidt. Ein Glücksfall, wie sich am nächsten Tag herausstellte: Die Kundin bedankte sich und erklärte, dass es sich tatsächlich um einen „Enkeltrick“ gehandelt habe. Zwei Monate zuvor wurde ein ähnlich gelagerter Betrugsversuch erfolgreich von der Mitarbeiterin verhindert.

Mit regelmäßigen Schulungen in Sachen Betrugsprävention für ihre Mitarbeiter versuche die Sparkasse, Betrugsfälle zu erkennen und zu verhindern. So konnten in den letzten zwei Jahren zehn „Enkeltrick“-Versuche erfolgreich vereitelt werden.

Das Beispiel zeige, dass die Sparkasse in einem Betrugsfall oft die „letzte Chance“ für die Kunden sei. „Daher haben wir uns dem gleichnamigen Präventionsprogramm des Polizeipräsidiums Osthessen angeschlossen“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende. Die „letzte Chance“ besteht aus einem Fragebogen, der bei der Abhebung größerer Geldbeträge ergänzend vorgelegt wird. Sobald der Kunde zum Beispiel die Fragen „Sind Sie bei Ihrer Bank, weil ein Anrufer Sie darum bat?“ und „Schilderte der Anrufer eine Geldnotsituation?“ bejahen kann, so liegt der Verdacht eines Trickbetruges nahe. In diesem Fall wird dringend dazu geraten, nochmals mit einem Bank-Mitarbeiter, einem Verwandten oder mit der Polizei zu sprechen.

Damit es gar nicht erst zur „letzten Chance“ kommt, mahnt Sylvia Frech, Pressesprecherin der Polizei Wetterau, zur Vorsicht: „Seien Sie misstrauisch, lassen Sie sich am Telefon keine Namen oder andere Informationen über Angehörige, Freunde oder Bekannte entlocken und übergeben Sie kein Geld an Personen, die Sie nicht kennen. Informieren Sie umgehend die Polizei sollten Sie solche Anrufe erhalten.“ Dies gelte auch, wenn falsche Polizeibeamte mit der Nummer 110 anrufen und sich erkundigent, ob Wertsachen in der Wohnung seien, die in Sicherheit gebracht werden müssten, da ein Einbruch bevorstehe.

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