Wähler verteilen Erst- und Zweitstimme

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Wähler verteilen Erst- und Zweitstimme

MAIBACH. Die Stimmenauszählung beginnt im Butzbacher Stadtteil Maibach. Foto:rm

Bundestagswahl in der region Wahlbeteiligung um 80 Prozent / Veith lässt Pawlik hinter sich

BUTZBACH (thg). Die Abstimmungsergebnisse aus den Stadt-  und Ortsteilen der Kommunen rund um Butzbach hat die BZ in ihrer gestrigen Ausgabe aufgelistet. Der nähere Blick auf die Zahlen mit einem Tag Abstand zeigt: Ob Erststimme, ob Zweitstimme: Der Großraum Butzbach hat der CDU den Vorzug vor der SPD gegeben. Es gewannen Oswin Veith in der Wetterau gegen Natalie Pawlik, Helge Braun gegen Matthias Körner im Kreis Gießen und Hans-Jürgen Irmer an Lahn und Dill gegen Dagmar Schmidt die jeweiligen Direktmandate. Mit Irmer ist ein CDU-Landtagsabgeordneter in den Bundestag gewählt worden, gerne wird er als „Rechtsaußen der CDU“ betitelt.

Gemessen an den Prozentzahlen fuhr Veith in Butzbach, wo er einst als Bürgermeister wirkte, sein stärkstes Ergebnis mit 45,5 in Fauerbach v.d.H. ein. Pawlik hängte ihn immerhin in einem der beiden Wahlbezirke, die in der Degerfeldschule abstimmten, ab: 41,1 Prozent votierten dort für die Nachwuchs-Politikerin, die sich im Wahlkampf besonders für die „Soziale Stadt Degerfeld“ interessiert hatte, wie sie bekundete.

Fast durchweg ist bei den Parteien, die in den Bundestag eingezogen sind, eine Differenz zwischen erhaltenen Erst- und Zweitstimmen feststellbar. Rund 5000 Erststimmen erhielt Veith in Butzbach, die CDU-Zweitstimmen beliefen sich auf rund 600 weniger. Pawlik hat 4322 Erststimmen erhalten, die Zweitstimmen belaufen sich auf 3396. Bei den Grünen gibt es Differenzen von 200 Stimmen, bei der Linken etwa 300. FDP-Mann Peter Heidt erhielt 1057 Stimmen. Seine Partei wollen indes sogar 1687 Menschen im Bundestag sehen.

Fast gleich hoch ist allerdings die Zahl von Erst- und Zweitstimmen für die AfD. 1631 stimmten für Klaus Herrmann aus Butzbach-Ostheim, die Zweitstimme gaben 1688 Wähler für seine Partei ab. Sechs AfD-Abgeordnete der hessischen Landesliste sind nach derzeitigem Stand beim Bundeswahlleiter in den Bundestag eingezogen. Herrmann steht auf Platz acht der Landesliste und hat den Sprung nach Berlin knapp verpasst. Mit 25,4 Prozent erreichte er im Butzbacher Stadtgebiet im ersten Wahllokal in der Degefeldschule sein Spitzenergebnis in Butzbach.

Die beschriebene Erst- und Zweitstimmen-Diskrepanz ist auch fast durchweg in den umliegenden Kommunen zu verzeichnen. Seine Herausforderin von der SPD ließ er durchweg hinter sich.

15,5 Prozent in Trais-Münzenberg und 20,4 Prozent in Espa sind die Spitzenergebnisse der AfD in den Kommunen zwischen Usa, Kleebach und Wetter.

Die Grünen bleiben zumeist unter dem Bundestrend, die FDP trumpft auf – unter anderem mit 16,8 Prozent in Weiperfelden und 14,5 in Oppershofen.

Mitunter zog sich die Auszählung in den Wahlbezirken hin. Vier Briefwahlbezirke waren es in Butzbach. 4100 Briefwahlanträge waren gestellt worden – bei der vergangenen Bundestagswahl waren es 1000 weniger. Insofern war auch die Anzahl der zu öffnenden zugeklebten Umschläge entsprechend groß. Einer der Briefwahlbezirke ließ diesmal besonders lange auf sich warten, so dass die Butzbacher Zahlen erst gegen viertel nach zehn komplett waren. Dort hatte sich eine Differenz von zehn Stimmen ergeben, so dass mehrfach nachgezählt werden musste. 1600 der 6900 in Langgöns abgegebenen Stimmen kamen per Briefwahl, 730 von 3000 waren es in Waldsolms. 970 Briefwähler waren unter den 3800 Abstimmenden in der Stadt Münzenberg. 780 Briefwahlstimmen waren unter den 2800 in Rockenberg abgegebenen.

Und immerhin waren die Wahlberechtigen nicht wahlmüde. Die Beteiligung liegt rund um die 80-Prozent-Marke. Den Spitzenwert von 83,0 Prozent Wahlbeteiligung verzeichnet Münzenberg, Rockenberg dann 82,6, Ober-Mörlen 80,9 Prozent. Von 78 bis knapp 79 Prozent liegt die Beteiligung kreisweit in der Wetterau sowie in Langgöns, Waldsolms und Lich. Bad Nauheim meldete 76 Prozent Wahlbeteiligung, Butzbach 71,5.

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