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Wanderung wie vor 150 Jahren

Jubiläum Taunusklub feiert mit Gang auf Feldbergplateau und akademischem Abend

BUTZBACH/SCHMITTEN (pd). Mit einer akademischen Feier im Feldberghof auf dem Großen Feldberg beging der Taunsuklub sein 150-jähriges Bestehen mit Gästen aus Kommunen, Politik und Wirtschaft. Zum Jubiläumsprogramm gehörte auch die Traditionswanderung zum Großen Feldberg, an der unter anderem der Butzbacher Taunusklub teilnahm. Auch der Vereinsgründung am 5. Januar 1868 war ein Fußmarsch bis zum Feldberggipfel vorausgegangen. An die Passage von der Hohemark zum Feldbergplateau erinnert der neu eingerichtete „Jubiläumsweg“.

Das Wandern galt in früheren Zeiten als eine Lebenseinstellung, man konnte frei diskutieren, auch und gerade über Politik. Denn die preußische Annexion Frankfurts, Nassaus, Kurhessens und Hessen-Homburgs 1866 wurde von vielen Bürgern nur unwillig hingenommen. Die Wanderbewegung war Teil und Fortsetzung der zaghaften deutschen Freiheitsbewegung, beschrieb Peter Trefz die Anfänge des Taunusklubs, erstmals 2017 im Jahrbuch des Hochtaunuskreises erschienen.

„Der Begriff ,Frisch auf‘ bezog sich auf den Tag, an dem alles anfing“, sagte der Heimatforscher Professor Eugen Ernst (Neu-Anspach) im Feldberghof. Die Gründung des Taunus-klubs an dem bitterkalten Tag mit Eis und Schnee stand als Symbol für Freiheit und Einheit. Der Tau-
nusklub richtete eine Korbflechtschule in Grävenwiesbach ein, sorgte in Schmitten und Neu-Anspach für die Kranken und Kinder, verteilte kostenfrei Saatgut fürs Getreide und Setzkartoffeln. Die Wohltätigkeitshilfe des Taunusklubs um 1909 war großartig, in der Blütezeit des Taunusklubs vor dem Ersten Weltkrieg 1914 wurden die Wege markiert und Wegweiser aufgestellt. Es beteiligten sich durchschnittlich etwa 400 Mitglieder an einer Wanderung – damals waren nur Männer zugelassen.

Gekämpft hat der Taunusklub mit seinen aktuell rund 3000 Mitgliedern, die in 24 Mitgliedsvereinen organisiert sind, schon immer: in letzter Zeit vor allem gegen den geplanten Bau von Windenergieanlagen. Die Verbundenheit zur Natur und Heimat, untermauert von unzähligen Wanderfreunden, werde für den Taunusklub auch die nächsten 150 Jahre im Mittelpunkt stehen.

Neben Festredner Ernst und Landrat Ulrich Krebs sprachen noch Stefan Schmietendorf, Vertreter der Mitgliedsvereine, Gerhard Uhl, Vorsitzender des Stammklubs Frankfurt und Bertram Huke, Vorsitzender des Gesamtvereins. Vorstandsmitglied Markus Franz von der Taunus-Sparkasse überreichte Huke vom Taunusklub eine Spende in Höhe von 28 000 Euro für die Sanierung des Feldbergturms.

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