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Wegen Corona näher bei den Menschen

WETTERAUKREIS. Volker Luh, der Leiter der evangelischen Regionalverwaltung Wetterau, stellte auf der Synode des Dekanats die beiden Haushaltsentwürfe vor.

Wetterauer Herbstsynode mit positiver Bilanz / Haushalt 2021 mit 17,1 Millionen Euro Volumen beschlossen

WETTERAUKREIS (pm). Nachdem die Frühjahrssynode des evangelischen Dekanats Wetterau wegen Corona ausgefallen war, tagte die Herbstsynode am Wochenende in der Friedberger Stadthalle getagt. Dekan Volkhard Guth zog eine positive Bilanz der vergangenen Monate.  

„Wir waren als Kirche in der Wetterau aufs Ganze gesehen noch nie so dicht bei den Menschen, wie in den letzten Monaten – nach innen und nach außen!“ Das resümierte Guth in seinem Bericht über die Erfahrungen von Kirche in Pandemie-Zeiten. Schon in seiner Predigt im Synodengottesdienst in der Friedberger Stadtkirche hatte Guth festgestellt: „An der Hand Gottes geht Gemeinde nicht unter.“ Im Gegenteil: Vieles, was unmöglich schien, wird möglich. Wie etwa eine verkürzte Synodentagung mit viel Abstand. 

Volker Luh, der Leiter der evangelischen Regionalverwaltung Wetterau, stellte die beiden zu beschließenden Haushaltsentwürfe vor. Wegen der ausgefallenen Synode im Frühjahr standen sowohl der Haushalt für 2020 (Gesamtvolumen rund 11,2 Millionen Euro), als auch der für 2021 (Gesamtvolumen rund 17,3 Millionen Euro) auf der Tagesordnung. Beide Haushalte wurden mit großer Mehrheit verabschiedet. Präses Tobias Utter dankte für die Entscheidung, die den Dekanatssynodalvorstand handlungsfähig macht. 

Ebenfalls mit großer Mehrheit beschlossen die Synodalen die Unterstützung eines Lieferkettengesetzes. Pfarrer Dr. Peter Noss, zuständig für Ökumene im Dekanat, hatte den Antrag eingebracht. „Kirchen engagieren sich mit Eine-Welt-Läden und der Vermarktung von Fair-Trade-Produkten schon lange für Gerechtigkeit, faire Preise und Handelsbedingungen für Produzenten weltweit. Doch es sind weitere Reglungen nötig“, begründete Noss. Zum Beispiel solche, die Unternehmen dazu verpflichten, menschenrechtliche Risiken in ihren Lieferketten zu analysiert und diesen künftig vorzubeugen. Dafür macht sich die Synode mit ihrer Entscheidung stark.  

Pfarrerin Kerstin Tenholte führte Gabriele Dix, Anette Bill und Stefan Frey als Klinikseelsorger in ihre neuen Tätigkeitsbereiche ein und sprach ihnen den Segen zu. Auch Anna-Luisa Hortien, die seit dem 1. Juli Öffentlichkeitsreferentin im Dekanat ist, bekam Segen für ihren Dienst.

Die Synodalen waren zuletzt im Herbst 2019 zusammengekommen. Dekan Guth berichtete, was in der Zwischenzeit passiert ist. Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf viele Arbeitsbereiche im Dekanat, etwa auf die Kindertagesstätten. Seit 2019 hat das Dekanat die Trägerschaft für neun Kitas. „Die Schließung, die teilweise Öffnung der Einrichtungen für einzelne Kinder bis zum heutigen Normalbetrieb hat den Erzieherinnen wie auch der Geschäftsführung viel abverlangt“, sagte Guth und dankte für das Engagement, das auch die Synodalen mit einem Applaus würdigten.  

Die evangelische Familienbildung Wetterau musste Mitte März alle Kurse herunterfahren. „Dabei war die Einrichtung Anfang des Jahres auf einem guten Wachstumskurs“, sagte Guth. „Inzwischen sind einige der Kurse wieder gestartet, aber keiner läuft unter Routinebedingungen. Das Team hat bis heute wirklich Großartiges geleistet.“ 

Guth berichtete außerdem von den Ergebnissen einer Umfrage unter den Pfarrern und Gemeindepädagogen. Es ging darum, herauszufinden, welche Erfahrungen sie in der Coronazeit gemacht haben und was das für die Zukunft bedeuten kann. In den vergangenen Monaten wurden neue Formen und Formate ausprobiert und eingeführt. „Wir haben dabei die Erfahrung von Zusammenarbeit gemacht – auf allen Ebenen. Das ist offenbar an vielen Stellen eine neue und gute Erfahrung.“ Viele Pfarrer hatten die Möglichkeit, mehr Zeit der Seelsorge zu widmen, sie konnten wegen Corona näher bei den Menschen sein – „mit erstaunlicher Resonanz“, so Guth.

 „Jede Krise beinhaltet eine Chance. In der Corona-Krise ist vieles ausgefallen. Gleichzeitig haben wir vieles anders gemacht“, sagt Guth. „Dabei haben wir und andere bemerkt: So kann evangelische Kirche auch sein! Die Ortsgemeinden bleiben die mit Abstand wichtigste Kontaktschiene. Aber wir haben in der Pandemie auch jene erreicht, denen Religion und Glaube aus dem Blickfeld geraten sind.“

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