Weiterer Eilantrag aus Lich gescheitert

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Weiterer Eilantrag aus Lich gescheitert

Verwaltungsgericht Gießen entscheidet über Eingabe einer Anwohnerin der „Langsdorfer Höhe“

LICH (pm). Einen weiteren Eilantrag gegen die Baugenehmigung für einen Distributionspark im Gebiet Lich „Langsdorfer Höhe“ hat das Verwaltungsgericht Gießen mit Beschluss vom 8. Juni abgelehnt. Eine Licher Bürgerin hatte sich gegen die Baugenehmigung für die Errichtung eines Distributionsparks mit Büro- und Sozialbereichen, Pförtnergebäude, Sprinklertank und -zentrale, Garage und Raucherpavillon gewandt. Das teilt das Gericht mit. 

Die Antragstellerin wohnt 660 Meter von der geplanten Einfahrt zu dem Bauvorhaben entfernt. Ihr Wohnhaus liegt in einem benachbarten Industriegebiet. Die Antragstellerin hat gegen die Baugenehmigung für das Vorhaben Widerspruch eingelegt und wollte mit ihrem Eilantrag die sofortige Vollziehung der Baugenehmigung verhindern. Sie machte unter anderem geltend, das Vorhaben löse für sie unzumutbare Immissionen aus und zerstöre Acker- und Brachland. Außerdem bestehe durch das Abwasser des Vorhabens eine erhöhte Hochwassergefahr für ihr Grundstück und es sei keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden. 

Das Verwaltungsgericht Gießen hat den Eilantrag als unzulässig abgelehnt, weil es offensichtlich ausgeschlossen sei, dass die Antragstellerin durch das genehmigte Vorhaben in eigenen Rechten verletzt werde. Das teilt die Pressestelle mit. 

Das Bauvorhaben verstoße insbesondere nicht gegen das baurechtliche Rücksichtnahmegebot, denn zum einen liege das Grundstück der Antragstellerin in einem Industriegebiet, in dem höhere Immissionen hinzunehmen seien. Zum anderen ergebe sich aus den schalltechnischen Untersuchungen, dass die von dem Vorhaben ausgehenden Lärmemissionen die geltenden Richtwerte für alle Baugebiete unterschritten. 

Die Rügen der Antragstellerin bezüglich der Entwässerung des Baugrundstücks und des Schutzes der Zauneidechsen seien nicht relevant, da diese Fragen bereits Gegenstand einer früheren Baugenehmigung seien, die die Antragstellerin nicht angegriffen habe. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung habe nicht absolviert werden müssen. Ihr Fehlen könne daher die Antragstellerin nicht rügen. 

Die Entscheidung (Beschluss vom 8. Juni 2020,1 L 1571/20.GI) ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können dagegen binnen zwei Wochen nach Zustellung der Entscheidung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen.

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