Welt-Bienentag am 20. Mai – Ein großer Tag für ein kleines Tier …

Schrenzerbad in Butzbach öffnet nach Sanierung am Freitag, 27. Mai
20. Mai 2022
Jens Görlach neuer Wehrführer, Rüdiger Schwaninger ist Vorsitzender
20. Mai 2022

Welt-Bienentag am 20. Mai – Ein großer Tag für ein kleines Tier …

Imkerei im Wandel

Wilhelm Busch hat vor 150 Jahren mit „SchnurrdiBurr oder die Bienen“ ein sehr schönes Bild der Bienenhaltung gezeichnet. Was die Seite der Bienen angeht trifft dieses auch heute noch zu. Geändert haben sich die Imker und die Bienenhaltung. Zu Buschs Zeiten waren Imker meist ältere Herren, oft der Lehrer oder der Pastor, mit der berühmten Imkerpfeife. Geimkert wurde häufig in Körben, die Methoden zur Gewinnung des Honigs und der Vermehrung der Völker waren nicht unbedingt bienenschonend. Dementsprechend stechlustig waren zu seiner Zeit die meisten Bienen. 

Durch entsprechende Auslese sind die heutigen Bienenvölker viel friedfertiger. Heute steht hinter dem Bienenstock oft eine junge Frau nicht selten ohne Schutzkleidung. Die Imkerschaft ist jünger und häufiger weiblich, Kinder und Jugendliche sind von Bienen fasziniert, Schulimkereien boomen. Die Vereinskultur der Imkervereine hat sich ebenfalls geändert. Alte Herren, die in langen Monologen allwissend den Neulingen zeigen, wo es lang geht, findet man nicht mehr. Imkerverein 2022 ist anders als noch zur Jahrtausendwende ein Miteinander mit Diskussionen und wechselseitigem Austausch. Jeder lernt von jedem und auch von den Fehlern Anderer. Dieser Austausch ist wichtiger denn je. Die Vorgänge im Bienenvolk sind sehr komplex, wodurch auch erfahrene Imkerinnen und Imker immer wieder Überraschungen erleben. Dazu kommen die Herausforderungen des Klimawandels. Das Frühjahr ist oft wärmer und trockener, wichtige Trachtpflanzen blühen früher, manche fallen ganz aus, die zeitlichen Abläufe passen nicht mehr. Trockene Sommer und Borkenkäfer haben die Fichten aus den Wäldern geholt, es fehlt die Waldtracht, Sommerhonig ist auf einmal hell statt dunkel wie noch vor wenigen Jahren. Die Globalisierung brachte mit der Varroa-Milbe einen gefürchteten Parasiten, zusätzlich wird das Immunsystem der Bienen durch Pestizide geschwächt. Intensive Landwirtschaft und blütenarme Gärten verringern das Nahrungsangebot. Imkern in der Stadt mit ihren Parkanlagen ist heutzutage einfacher als auf dem Land.

Eines hat sich seit Wilhelm Busch nicht geändert, Bienen faszinieren. Die Hobbyimkerei ist hoch attraktiv. Wo andere Vereine mit Überalterung der Mitglieder kämpfen, haben Imkervereine Zulauf, so viel, dass es in manchen Städten zeitweise Aufnahmestopps gab. Bienen können artgerecht in unterschiedlichster Art und Weise gehalten werden, aber immer braucht es dazu einiges an Wissen. Vieles davon lässt sich online erlernen, aber nicht alles. Diese Lücke schließen moderne Imkervereine: Damit es den Bienen gut geht.

 

Die ganze Welt der Bienen in Ebersgöns

In Butzbach/Ebersgöns gibt es die ganze Welt der Bienen.

Schon seit 7 Generationen werden in der Taunus-Imkerei Seip Bienen gehalten. Aktuell wird die Imkerei von der Imkermeisterin Angela Seip geführt.

Die Taunus-Imkerei Seip ist darüber hinaus ein Ausbildungsbetrieb und eine Imkerschule. In Ebersgöns kann man den Beruf des Imkers erlernen und auch als Hobbyimker oder an Bienen Interessierter an Schulungen und Lehrgängen teilnehmen.

Die Taunus-Imkerei Seip ist vor allem ein Vermehrungsbetrieb. Hier werden neue Bienenvölker erstellt und sehr viele Königinnen für die Bienenvölker gezogen. Aber es wird auch Honig und Blütenpollen geerntet.

Die Imkerei beschäftigt aktuell zwei Imkergesellen und ein Lehrling. Natürlich ist die ganze Familie bei der Bienenarbeit mit dabei.

Bienen wurden schon 1932 von Friedrich Seip in Ebersgöns gezüchtet. Er erkannte schon zu dieser Zeit, dass es einer friedfertigen, sanftmütigen Biene bedarf.

Mit Dr. Freudenstein aus dem Bieneninstitut in Marburg begann er schon damals mit der Zucht der Carnica Biene. Diese Zuchtrichtung für eine sanftmütige Biene wird bis heute bei der Familie Seip weitergeführt.

Imkerei hat bei uns Tradition: Seit 7 Generationen werden bei uns Bienen gehalten. Unsere Bienenvölker stehen im Taunus und in der Wetterau, mitten im Herzen der Natur, mitten in Hessen. Hier im Bild einer unserer Bienenstände.

Imkermeisterin Angela Seip erlernte die Imkerei im elterlichen Großbetrieb. 2016 hat sie die Imkermeister-Prüfung mit Erfolg in Celle abgelegt. Angela Seip tritt damit nicht nur in die Fußstapfen ihres Vaters, sondern auch in die Fußstapfen der im August 2014 verstorbenen Imkermeisterin Luise Seip.

Mehr als Honig: Königinnenzucht und Völkervermehrung

Das heute wohl größte Standbein der Taunus-Imkerei Seip ist die Königinnenzucht und Völkervermehrung. Hierbei arbeiten wir mit bis zu 1.000 Apidea-Begattungskästchen parallel und erhalten uns mit vielen hundert nach Qualität ausgesuchten Wirtschaftseinheiten und Drohnenvölkern praktisch ein Carnica-Reinzuchtgebiet. 

Vor allem macht es uns dabei Freude, zu imkern und unsere Erfahrungen mit Jungimkern zu teilen – seit einiger Zeit auch in Lehrgängen, die wir in unregelmäßigen Abständen anbieten. Hinweise und Termine finden Sie rechtzeitig bei uns im Internet. Als Meister- und Lehrbetrieb bieten wir heute auch jungen Menschen, die sich für Bienen begeistern und sich für den Beruf des Imkers entschieden haben, Gelegenheit, ihre Ausbildung bei uns zu machen. Sollten Sie an einer Lehrstelle oder einem Praktikum in der Taunus-Imkerei Seip interessiert sein, finden Sie weitere Informationen auf

www.werner-seip.de

 

 

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