Wetteraukreis bringt Flüchtlinge aus aller Welt im „Hubertus“ unter

Erster Spatenstich für Baugebiet auf historischem Boden in Ostheim
24. Juni 2022
Vierstreifennatter in Laubacher Vorgarten entdeckt
25. Juni 2022

Wetteraukreis bringt Flüchtlinge aus aller Welt im „Hubertus“ unter

BUTZBACH. Zurzeit sind im Jugendgästehaus „Hubertus“ noch die Handwerker zu Gange. Mitte Juli werden hier die ersten Flüchtlingsfamilien einziehen.

Bis zu 90 Menschen sollen ab Mitte Juli einziehen / Stadt Butzbach übernimmt Sozialarbeit mit einer Stelle

BUTZBACH (thg). Ab voraussichtlich Mitte Juli nimmt der Wetteraukreis Flüchtlinge im ehemaligen Jugendgästehaus „Hubertus“ auf. Auf Anfrage erläuterte Kreis-Pressesprecherin Deliah Eckhardt Näheres zum Konzept. 

In den Gebäuden, die weiterhin im Eigentum des Kreises sind, werden Flüchtlinge aus aller Welt aufgenommen, die Einrichtung ist nicht als Unterkunft für ukrainische Geflüchtete gedacht. Die Inbetriebnahme sei für Mitte nächsten Monats geplant. Für wie lange „Hubertus“ eine Flüchtlingsunterkunft bleibt, lasse sich derzeit noch nicht absehen. 

Derzeit sind noch Handwerker dort tätig. Für die Unterbringung der Menschen seien Arbeiten an den technischen Anlagen erforderlich. Das betreffe die Bereiche Elektro, Sanitär und Heizung.

Es sei geplant, dort ausschließlich Familienverbünde in unterschiedlichen Konstellationen unterzubringen. Auf dem Hubertus würden Familien aus allen Krisengebieten der Welt untergebracht. Die Stadt Butzbach übernimmt die sozialarbeiterische Betreuung. Das sagte Bürgermeister Michael Merle. Voraussichtlich 90 Menschen können maximal in den Gebäuden wohnen. Das heiße, dass bei der Stadt eine Stelle für die Tätigkeit eingesetzt wird. Entsprechendes Personal sei vorhanden. Auf die Zuweisung von Flüchtlingen an die Stadt wirkt sich die Belegung des früheren Freizeitheims nicht aus. Derzeit würden ausschließlich für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine Quoten bei der Zuweisung an die Kommunen gebildet, so Eckhardt. Aktuell betreue der Kreis rund 2500 Flüchtlinge ohne jene aus der Ukraine; aus dem Land seien seit dem 24. Februar 3300 Menschen in den Wetteraukreis gekommen. 

Um die Menschen in der Lage des „Hubertus“ als Einzelbebauung zwischen Münster, Maibach und Bodenrod an die Butzbacher Innenstadt anzubinden, soll es einen Fahrdienst geben, so Eckhardt. Dafür stelle ein Träger einen Kleinbus mit Fahrer im Zusammenhang mit anderen Leistungen, die dort für den Kreis ebenfalls erbracht würden.  Die genauen Modalitäten seien noch zu klären, etwa wann der Bus fährt. Es würden dabei keine Vorgaben gemacht, zu welchem Zweck Fahrten angetreten werden können, sei es beispielsweise Behördengänge oder Fahrten zum Arzt. Für schulpflichtige Kinder ist voraussichtlich der reguläre Busverkehr die erste Wahl. Direkt vor der Haustür gibt es eine Haltestelle. 

Schon 2015 hatte der Kreis in der Liegenschaft Flüchtlinge untergebracht, seinerzeit zunächst so genannte unbegleitete Minderjährige. Nachdem sie nicht mehr benötigt wurde, stand die Reaktivierung der sanierungsbedürftigen Anlage auf der Tagesordnung des Kreistags mit Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Unter anderem wegen der zu erwartenden Kosten waren auch Gespräche mit der Stadt Butzbach über einen Verkauf geführt worden. Dieser Prozess ist damit nun zumindest unterbrochen. 

Comments are closed.