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Wie Mobber ihre Macht verlieren

BUTZBACH. Zur Prävention von Mobbing führten Franziska Langer (l.) und Birgit Reibel an der Schrenzerschule ein Theaterstück auf.

Theaterstück „Kein normaler Tag“ und Gruppengespräche im sechsten Jahrgang der Schrenzerschule 

BUTZBACH (pe). Herablassende Kommentare bis hin zu Beschimpfungen in den sozialen Medien und Mobbing über Messenger-Dienste greifen immer weiter um sich. Diese Beobachtung veranlasste die Schrenzerschule nun zum wiederholten Mal, mit der Schauspielerin Birgit Reibel und ihrem Stück „Kein normaler Tag“ das Problem aufzugreifen, plastisch darzustellen und pädagogisch aufzuarbeiten. Ermöglicht wurde dies vom Projekt „Demokratie Leben“ der Stadt Butzbach.

Gespannt verfolgten die Sechstklässler die gegensätzliche Entwicklung der neuen Schülerin Tamara, gespielt von Birgit Reibel, und ihrer Klassenkameradin, Olivia, die von Franziska Langer dargestellt wurde. Die freundliche und offene Olivia nimmt Tamara sofort in die Klassengemeinschaft auf, freut sich sogar, dass sie nebeneinandersitzen.  Doch schon bald kommt es zum Konflikt, als Tamara Olivias Füller stiehlt. Wenig schuldbewusst zieht Tamara über Olivia her und schwärzt sie bei den Mitschülern, ja sogar bei der Klassenlehrerin an. Olivia gerät immer mehr unter Druck, fühlt sich ungerecht behandelt und völlig allein gelassen. Selbst ihr bester Freund hält nicht mehr zu ihr. Die Schulnoten werden auch immer schlechter. Erst ein offenes Gespräch mit ihren Eltern hilft Olivia.  

Im Anschluss an die Theateraufführung wurde das Stück in Rollenspielen aufgearbeitet. Dabei wurde herausgearbeitet, wie Olivia immer tiefer in eine Krise gerät und auf der anderen Seite Tamara durch ihr unfaires Verhalten dazu beträgt, andere auf ihre Seite zieht und dazu bringt, sich gegen Olivia zu wenden. Dadurch wurde den Zuschauern dargelegt, wo Mobbing anfängt und wie es immer größere Kreise zieht. Die Schüler konnten dies sehr gut nachvollziehen und berichteten teilweise von eigenen ähnlichen Erfahrungen. 

Einen wichtigen Part der Veranstaltung stellte die Suche nach Auswegen aus dieser Misere dar. Es wurde auch deutlich, dass die Mitwirkung vieler in solchen Situationen auch leicht zu einem Machtmissbrauch führen kann und dass umgekehrt eine Hilfe allein schon dadurch geleistet werden kann, dass sich die Mehrheit von dem falschen Verhalten distanziert. Als Anlaufstellen für Hilfe in ihrer Schule nannten die Schüler die Schulsozialarbeit, den Trainingsraum und ihre Lehrer, die ihnen durch Gespräch zur Seite stehen.

Last Updated on 23. November 2020 by Martina Hofmann

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