Wiesentaler holen sich mit Bagger und Bodenfräse Glasfaser ins Haus

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Wiesentaler holen sich mit Bagger und Bodenfräse Glasfaser ins Haus

BUTZBACH. Das Foto zeigt die Wiesentaler Bürgerinitiative um Ortsvorsteherin Sabine Rotermund (l.) während der Tiefbauarbeiten mit einer Bodenfräse. Bürgermeister Michael Merle machte sich vor Ort ein Bild von den Baumaßnahmen zum Anschluss des Stadtteils ans Glasfasernetz. 

Arbeitseinsatz mit 20 Freiwilligen / Am nächsten Wochenende sollen Arbeiten fertiggestellt werden

BUTZBACH (thg). Ein besonderes Engagement zeigen derzeit Einwohner des Stadtteils Wiesental. Sie packen mit an, damit ihr Ort an das Netz der Deutschen Glasfaser angeschlossen wird. Eine Trasse zum nahegelegen Stadtteil Münster ist bereits ausgehoben. Die Wiesentaler erledigen die Tiefbauarbeiten, die Deutsche Glasfaser legt dann die Leitungen. Die Arbeitseinsätze sind mit der Stadt Butzbach koordiniert worden. 

Hintergrund ist, dass die Deutsche Glasfaser das schnelle Netz in Fauerbach und Münster verlegt, Wiesental aber zu weit entfernt lag, um aus Sicht des Unternehmens noch wirtschaftlich zu sein. Im Ort entstand die Initiative mit dem Vorschlag, selbst tätig zu werden und den Stadtteil mit dem Kabel in Münster zu verbinden. Die Hausanschlüsse legt das Unternehmen. 

Am Samstag war Bürgermeister Michael Merle persönlich vor Ort und bedankte sich bei den Helfern mit einem Mittagessen. „Diese Aktion ist vorbildlich und großartig“, sagte Merle gestern im Gespräch mit der BZ. Die Aktiven hätten sich über die „willkommene Abwechslung“, mal wieder etwas als Gemeinschaftsaktion mit anderen zu machen, wenn auch unter Pandemie-Bedingungen, gefreut. Das Netz gehört dem Unternehmen, die Stadt bezahlt die Ausleihe der Maschinen und steht als Ansprechpartner unter anderem für die Koordination zur Verfügung, die „Manpower“ kommt von der Dorfgemeinschaft. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Merle über den Einsatz und das Zusammenwirken. 

Olaf Badstübner ist im Ortsbeirat Wiesental Ansprechpartner für das Projekt Glasfaser und berichtete über die Abläufe. Er war an den ersten Arbeitstagen ebenso wie Hubertus Schremser vom Ortsbeirat, der sich mit Tiefbau auskennt, auf der Baustelle. Die 20 Helfer arbeiteten in zwei Schichten am Samstag, auch am Freitag und Sonntag wurde gearbeitet. Sechs Frauen hätten für die warmen Mahlzeiten am Schichtende gesorgt, Wiesentaler, die beispielsweise altersbedingt nicht mitwirken konnten, unterstützten die Arbeiten finanziell. 

„400 Mannstunden“ an Arbeit investiert das Bau-Team aus Wiesental am vergangenen und kommenden Wochenende, wie Badstübner schätzte. Eine Bodenfräse und ein Bagger wurden ausgeliehen, ebenso ein Bodenverdichter. Der Verdichter wurde allerdings von der Baustelle gestohlen, wie der Wiesentaler berichtet. Der etwa eine Kilometer lange und 1,2 Meter tiefe Graben, in den die Deutsche Glasfaser diese Woche das Leerrohr ins Sandbett verlegen will, ist bereits fertig. „Wir sind über dem Plan“, so Badstübner, womit die Wiesentaler auch weitere Mietkosten für die Geräte vermeiden wollen. Am kommenden Wochenende soll der Graben dann wieder geschlossen werden. 

Die Zusammenarbeit der Wiesentaler mit der Stadt und dem Glasfaser-Anbieter habe hervorragend funktioniert. Im Februar vergangenen Jahres hatten die Ortsvertreter mit dem Vertriebsleiter der Glasfaser ein Gespräch, auf das in den darauffolgenden Wochen die Vorarbeiten aufbauten. Der Gesamt-Projektleiter des Unternehmens hat für die Fertigstellung der Anschlüsse den Monat Juni als Ziel angegeben. 42 der 71 Haushalte im Ort haben einen Anschluss bestellt. 

Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war der Bürgermeister auf der Baustelle. Auch das Medieninteresse war groß, Radio und zwei Fernsehsender waren ebenfalls zu Gast im Philippseck. 

Badstübner sieht zweierlei Nutzen in der Aktion. Zum einen erhalten die Menschen in Wiesental den modernsten Internet-Anschluss. Zum anderen schweißen die Aktivitäten die Dorfgemeinschaft stark zusammen. „Alle freuen sich, dass etwas passiert.“ 

 

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