Wind günstig für Anlagen in Butzbach

Ab Sommer 50 weitere Plätze benötigt
9. Mai 2019
Familie steht fortan im Mittelpunkt
9. Mai 2019

Wind günstig für Anlagen in Butzbach

BERICHT – Hessen-Energie stellt Ergebnisse der Messung vor und bewertet Betrieb als wirtschaftlich

BUTZBACH (thg). Die Hessen-Energie ist entschlossen, das Windpark-Projekt mit drei Anlagen im Butzbacher Wald umzusetzen. Das ging aus dem Bericht von Gerhard Morber über die Auswertung der Windmessdaten und aus den grundsätzlichen Aussagen von Dr. Hans-Peter Frank hervor, die am Dienstag in der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Umweltausschuss in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel zu hören waren. 

Zwei Gutachter hätten unabhängig voneinander die Daten der ein Jahr dauernden Windmessung beurteilt und seien etwa zum selben Schluss gekommen. Mit mittlerer Windgeschwindigkeit von 6,52 Meter pro Sekunde ergebe sich ein Stromertrag von etwa 30 500 Megawattstunden (MWh) im Jahr – berechnet mit einer „50-Prozent-Wahrscheinlichkeit“ der Werte. Würden die berechneten Verluste abgezogen, die unter anderem wegen der Abschaltzeiten zum Schutz von Fledermäusen, Wespenbussard oder Kranichen entstünden, blieben immer noch etwa 27 500 MWh pro Jahr Ertrag. 

Derzeit hält die Ende vergangenen Jahres eingereichte Klage der Naturschutzinitiative (die BZ berichtete) die Hessen-Energie noch davon ab, in das Auktionsverfahren einzusteigen, mit dem die Einspeisevergütungen für den produzierten Strom vergeben werden. Die Klage richte sich auf die Genehmigung des Regierungspräsidiums, die Hessen-Energie sei „beigeladen“ und habe ihre Stellungnahme inzwischen fristgerecht dem Verwaltungsgericht Gießen zugesandt. Nun habe die Initiative Gelegenheit zur Stellungnahme. 

Aus Sicht der Hessen-Energie erfolgte die Genehmigung der Windräder auf der Basis geltenden Rechts. Daher zeigte sich Morber „guten Mutes“. Er sei zuversichtlich, dass das Gericht die Klage zurückweisen werde. Frank machte deutlich, dass die Hessen-Energie aber möglicherweise „ins Risiko geht“ und an einer Auktion teilnimmt, um die aktuell gute Marktsituation mitzunehmen, falls sich die Entscheidung des Gerichts hinziehe. Nach einem Auktionserfolg müsse innerhalb von 24 Monaten gebaut werden. 

Nach den gesetzlichen Regelungen ist jede Anlage auf ihre Qualität hin einzustufen. Der Gütefaktor für die drei Butzbacher Windräder ist unterschiedlich und wird beziffert mit 77, 86 und 89 Prozent. Werde die in der Auktion erzielte Einspeisevergütung mit 100 Prozent angesetzt, so erhielten Windräder mit geringerem Prozentsatz eine entsprechende ausgleichende Vergütung. Ab dem sechsten Jahr Laufzeit einer Anlage werde überprüft, ob die Einstufung korrekt ist. Der Gesetzgeber wolle damit erreichen, dass die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen nicht nur an der Küste gegeben sei. Insofern werde das Risiko relativiert. 

Benjamin Seliger (CDU) bat um noch mehr Zahlen, wenn die Wahrscheinlichkeit schlechter aussehe. Es gehe darum, zu informieren und die Bürger bei der Entscheidung mitzunehmen. Dr. Christoph Bindhardt (FDP) bat um die Daten der Windmessung, um sie überprüfen zu können. Frank erklärte, dass es sich um „geschützte Daten“ handele, für die ein hoher fünfstelliger Betrag gezahlt worden sei. Sie seien eine „Handelsware“ in der Branche. 

Frank erklärte aber auch, dass die Energie und Versorgung Butzbach als Partner die Unterlagen einsehen kann. Dies geschehe aber unter dem Gebot der Vertraulichkeit. 

Es können keine Kommentare abgegeben werden.