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Wird aus Paul-Schneider-Freizeitheim ein Langgönser Wald-Kindergarten?

Dornholzhausen. Hier im Paul-Schneider-Freizeitheim könnte eine Wald(Nah)Kindergarten-Gruppe eingerichtet werden.Foto: ikr

Nutzungsmöglichkeiten werden diskutiert / Heute erneut Thema in Ausschusssitzung

DORNHOLZHAUSEN (ikr). Eine top-gepflegte Immobilie in landschaftlich idyllischer Lage, so präsentiert sich das Paul-Schneider-Heim am Ortsrand von Dornholzhausen. Die Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill ist jedoch seit langem ein Zuschussbetrieb, und deshalb steht ihre Zukunft aktuell auf dem Prüfstand. Die Zivilgemeinde Langgöns möchte gern helfen, der Sozialausschuss hatte das Haus, das als Begegnungszentrum bisher insbesondere Konfirmanden, aber auch Erwachsene beherbergte und auch für Veranstaltungen und Seminare gerne genutzt wurde, im August besichtigt. „Wir stehen für eine Kooperation bereit und haben Interesse, wollen aber nicht die Trägerschaft übernehmen. Die Frage muss sein, wie wir dazu beitragen können, dass eine Nutzung in das Haus kommt“, hatte Bürgermeister Marius Reusch (CDU) seinerzeit gesagt.

In der Sozialausschusssitzung am heutigen Montagabend steht das Thema nun erneut zur Beratung an. Die Koalition aus CDU/FDP und Grünen möchte dann einen Vorschlag einbringen. Jürgen Knorz, Fraktionsvorsitzender der CDU und Sprecher der Koalition, stellt diesen vorab vor: „Wie im August bei der Besichtigung des Paul-Schneider-Freizeitheims vereinbart, haben wir über die Nutzung des Hauses und eine Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenamt als Träger beraten“, informiert er. „Wir sehen hier gute Voraussetzungen für eine Wald(Nah)Kindergarten-Gruppe. Das großzügige Gelände am Waldrand und die vielfältigen Räumlichkeiten des Freizeitheims sind dazu sehr gut geeignet – vermutlich ohne größere Investitionen“, regt Knorz an.

In der Wald(Nah)Kindergarten-Gruppe könnten nach den Vorstellungen der Koalition rund 20 Kinder ab 30 Monate untergebracht werden. Als Räumlichkeiten würden sich beispielsweise der obere Tagungsraum und das neue Blockhaus auf dem Außengelände eignen. Als reguläre Öffnungszeiten schlägt die Koalition die Zeiten von 7 bis 17 Uhr vor, davon könnten vier bis fünf Stunden im Außenbereich stattfinden. Die Essensversorgung würde über die Küche des Freizeitheims erfolgen. „Wünschenswert wäre die Trägerschaft der Einrichtung durch die Evangelische Kirche mit Vereinbarungen vergleichbar der evangelischen Kindertagesstätte ‚‚Arche‘ im Kernort Lang-Göns“, sagt der Christdemokrat. Er sieht viele Vorteile hinter dieser Idee: „Mit einer solchen Wald-Kita könnten wir nun auch Langgönser Eltern dieses nachgefragte Kinderbetreuungskonzept anbieten und gleichzeitig die Versorgung an Kita-Plätzen verbessern!“ Vorteilhaft für den Träger des Paul-Schneider-Freizeitheims wäre es, dass durch die neue Waldkita ein Teil der Raumkosten gedeckt würde. Auch der Hausmeister sowie die Küchen- und Reinigungskräfte würden von einer Teilauslastung profitieren.

Erst kürzlich hatte Bürgermeister Marius Reusch in der Sitzung der Gemeindevertretung mitgeteilt, dass die Belegungsprognose der gemeindlichen Kindertagesstätte in der Gemeinde Langgöns korrigiert werden müsse. Es gebe einen deutlichen Mehrbedarf an Kitaplätzen. Im Kernort Lang-Göns gebe es eine Warteliste, die bis zu zwölf Monaten reiche. Hier möchte der Rathauschef entsprechend gegensteuern. Der Vorschlag der Koalition zur Einrichtung einer Wald(Nah)Kindergarten-Gruppe kommt da vielleicht gerade zur rechten Zeit.

Und auch für das Freizeitheim selbst wäre es sicherlich ein positives Signal. Pfarrer Roland Rust hatte bei der Besichtigung im August über die aktuelle Situation informiert: „Das Haus liegt bei den Betriebskosten zwischen 100 000 und 150 000 Euro jährlich im Defizit, dabei sind die Investitionen noch nicht berücksichtigt.“ Momentan lasse man die Besuchergruppen bis Ende Dezember „ausschleichen“. „2020 wird das Haus für eine kreative Pause geschlossen. Im Juli 2020 wird die Synode des Kirchenkreises entscheiden, ob und wie das Haus zukünftig weitergeführt wird“, erläuterte Rust. 

Alternativ würde die Einrichtung verkauft. „Aber das ist nicht unser Ziel“, hatte der Kirchenvertreter betont. Vielmehr wolle man die Zeit bis zum kommenden Sommer nutzen, um verstärkt nach Kooperationspartnern zu suchen. Er nannte bei der Zusammenkunft sogar einen Waldkindergarten als konkretes Beispiel. „Das kann eine Win-Win-Situation sein!“, sagte Rust seinerzeit. Angesichts dieser Aussage deutet sich möglicherweise schon jetzt an, dass der Vorschlag der Koalition bei den Kirchenvertretern auf Zustimmung treffen dürfte. In der Sitzung des Sozialausschusses wird heute Abend über die Idee beraten. 

Für den Ausschussvorsitzenden Ahmet Karadag (SPD) war schon im August klar: „Die Zeit drängt“, mahnte er seinerzeit und schlug vor, das Thema in den Fraktionen zu beraten. Angestrebtes Ziel war es, in der Sitzung des Sozialausschusses am 25. November einen Beschluss zu fassen. Auch der Ortsbeirat Dornholzhausen hat zwischenzeitlich beraten. 

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