Workshop zum Chanukkafest setzt Zeichen gegen Antisemitismus

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Workshop zum Chanukkafest setzt Zeichen gegen Antisemitismus

MÜNZENBERG. Die Kinder dürfen beim Entzünden der Chanukka-Kerzen Referentin Andrea Setzer-Blonski (r.) helfen. Fotos: Peter Noss 

Evangelisches Dekanat und Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit laden in Alte Synagoge ein 

MÜNZENBERG (pm). „Ein großes Wunder geschah dort.“ Das bedeutet die Inschrift auf dem Dreidel, dem kleinen vierseitigen Kreisel. Mit dem Dreidel wird an das Chanukkawunder erinnert und in fast jeder jüdischen Familie zum Lichterfest gespielt. 

Am Sonntag konnten die Teilnehmer am Workshop „Chanukka und Advent“ des evangelischen Dekanats Wetterau und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau dieses Spiel kennenlernen. Da nur wenige Interessierte vor Ort dabei sein konnten, wurde der Workshop aus der Alten Synagoge in Münzenberg ins Internet übertragen.  

Referentin Andrea Setzer-Blonski erklärte zunächst, dass das jüdische Fest Chanukka, das vom 10. bis 18. Dezember gefeiert wird, an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels im Jahr 3597 (164 v. Chr.) erinnert. Beim Aufstand der Makkabäer wurde der dort aufgestellt Zeus-Altar entfernt und der siebenarmige Monora-Leuchter aufgestellt. Er sollte nie wieder erlöschen. Das dazu notwendige Öl musste zunächst hergestellt werden. Der Vorrat reichte eigentlich nur noch für einen Tag aus, überstand aber insgesamt acht Tage: ein Wunder, an das durch den acht- bzw. neunarmigen Chanukka-Leuchter noch heute erinnert wird. Vor Ort und  zu Hause vor den Bildschirmen wurde beim Workshop getanzt, gelacht und gespielt. 

Wie am Adventskranz machen die Kerzen des Chanukka-Leuchters die dunklen Tage angenehm. Manfred de Vries von der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim hatte für den zweiten Teil der Veranstaltung, der draußen vor der ehemaligen Synagoge stattfand, einen großen Chanukka-Leuchter mitgebracht. Beim Anzünden der Kerzen sang er eines der traditionellen Lieder. Er machte darauf aufmerksam, dass mit diesem Fest auch ein wichtiges Zeichen für Religionsfreiheit gesetzt werde. Toleranz und gegenseitige Akzeptanz seien wichtige Grundpfeiler des Miteinanders.  

In ähnlicher Weise betonten auch Pfarrer Uwe Wagner-Schwalbe und Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak die Notwendigkeit der gegenseitigen Wahrnehmung und Anerkennung. Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass noch mehr und deutlichere Zeichen gegen Antisemitismus, Judenfeindlichkeit und Verschwörungstheorien gesetzt werden müssten.

 Der Organisator der Veranstaltung, Pfarrer Dr. Peter Noss, dankte den Teilnehmern im Namen des Dekanats und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit für ihren Einsatz. Er sei sicher, dass der Dialog weitergehe – etwa durch die von der evangelischen und katholischen Kirche initiierten Aktion gegen Antisemitismus unter dem Motto „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“.  

Der Stream der Veranstaltung ist auf der Internetseite des Dekanats zu sehen, außerdem gibt es die Chance, eins von 20 Dreidel-Spiel-Sets zu gewinnen unter www.wetterau-evangelisch.de.

Manfred de Vries von der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim zündet im Anschluss an den Workshop als besonderes Zeichen die Chanukka-Kerzen vor der Alten Synagoge in Münzenberg an.

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