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Zahl der Flüchtlinge sinkt auf 200

Im ehemaligen Butzbacher Arbeitsamt wohnen noch zwölf / Nach Auszug soll Musikschule kommen

BUTZBACH (thg). Kürzlich verabschiedeten die Butzbacher Stadtverordneten den Grundsatzbeschluss, dass die Musikschule Butzbach aus dem ehemaligen Ostbahnhof in das frühere Arbeitsamt in der August-Storch-Straße umziehen soll. Zuvor hatte die Musikschule die Lösung als geeignet befunden. Die weiteren Details und Abläufe sollen noch mit dem Eigentümer geklärt werden. Das bedeutet, dass dieses Gebäude dann nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung steht. 

Jüngst hatte Anette Krämer vom städtischen Sozialfachdienst Zahlen zur Flüchtlingsarbeit vorgelegt. Demnach wohnt noch ein Dutzend Flüchtlinge im ehemaligen Arbeitsamt. Von den acht Männern besitzen vier die Anerkennung als Asylbewerber, zwei Frauen wohnen mit Kleinkind dort. Wird die Unterkunft geschlossen, sollen sie in  frei gewordene Wohnungen der Stadt in der Falkensteiner und Kleinen Solmser Straße oder in selbst gemietete Wohnungen umziehen. 

280 Flüchtlinge sind in Butzbacher Unterkünften untergebracht. 191 leben in Wohnungen, die von der Stadt gemietet wurden, 89 in der Kreis-Unterkunft im „Oberwerk“. Im Gebäude, das der Wetteraukreis angemietet hat, leben drei Familien, die dringend Wohnraum suchen, zwei weitere Familien stehen noch im laufenden Verfahren. Einige der Bewohner sind seit 2015 im Haus und sind nicht anerkannt. Überwiegend leben dort alleinstehende Männer. 

In Wohnungen in der John-F.-Kennedy-Straße, die von der Stadt gemietet sind, leben 21 Familien, von denen 13 anerkannt sind. Weil Großfamilien auf dem freien Wohnungsmarkt keine Alternative finden, könnten sie die Räume voraussichtlich von der Butzbacher Wohnungsgesellschaft mieten. 

Zwölf Familien sind in der Falkensteiner und Kleinen Solmser Straße untergebracht. Die vier anerkannten Familien sollen ebenfalls die Wohnung privat mieten können. Hinzu kommen zwei von privat angemietete Wohnungen, von denen die Stadt jene in Pohl-Göns kündigen will. 

Nach Abschluss von privaten Mietverträgen blieben noch 110 Menschen in städtischen Wohnungen und 90 im „Oberwerk“, die von zwei Butzbacher Sozialarbeiterinnen betreut werden. 

In der Gemeinschaftsunterkunft fehlt es den Menschen vielfach an Zukunftsperspektive, weil es sich um Mehrbettzimmer handelt, bleibt keine Rückzugsmöglichkeit, psychologische Unterstützung fehlt. Für die spezielle Unterbringung von Frauen gibt es keine Eingangstüren, die verschlossen werden könnten. Auch für die Familien in den Wohnungen sind die Wohnverhältnisse mitunter beengt und es gibt Schulprobleme, Behinderungen und auch häusliche Gewalt. 

Fast alle Kinder haben einen Kindergartenplatz oder erhalten ihn im Sommer. Die ersten Flüchtlingskinder sind im Sommer aufs Gymnasium gekommen. Im Degerfeld sind die Familien und Kinder im Kontakt mit der Gemeinwesenarbeit. Erwachsene, die Arbeit oder eine Ausbildungsstelle haben, sind fast ausschließlich Männer. Aber es gibt auch Arbeitsplatzverluste wegen der Pandemie. 

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