Zaun niedergerissen, Tiere verschreckt

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Zaun niedergerissen, Tiere verschreckt

OBERKLEEN. Nach Vandalismus auf der Weide landeten Schafe auf der Straße in Oberkleen. Eine äußerst gefährliche Situation am frühen Morgen. Zum Glück für alle Beteiligten gab es ein Happy End und Besitzerin Franziska Storch brachte die Tiere wohlbehalten zurück auf ihre Weide. Foto: Storch + Text: müh

Unbekannter hatte es auf Franziska Storchs Schafe und Ziegen auf Koppel in Oberkleen abgesehen 

OBERKLEEN (müh). Vergangene Woche trauten einige Oberkleener ihren Augen nicht. Vier Schafe und drei Ziegen liefen durch das Dorf. Vermutlich hatte ein Unbekannter den Zaun der Koppel im Oberkleener Baumstück „Auf der Haar“ umgelegt und die Tiere verschreckt. Für die Besitzerin Franziska Storch ein Riesenschock, als sie morgens gegen 6 Uhr einen Telefonanruf erhielt, dass ihre Schafe auf der Straße liegen. Mehr als dankbar ist Storch all den Nachbarn und Anwohnern, die es ihr mit Hinweisen ermöglichten die Tiere auf ihre Weide zurück zu treiben. Wie vom Erdboden verschluckt waren zunächst allerdings drei der vier Ziegen.

Die Ungewissheit war für die ausgebildete Schäferin unerträglich: „Wurden die Tiere gestohlen? Haben sie sich verletzt oder wurden sie gar überfahren? Würden wir sie überhaupt wiederfinden? Wer tut mir so etwas an?“ Eine erste von Familie und Freunden unterstützte Suchaktion verlief ergebnislos. Verzweiflung machte sich breit. Am späten Vormittag kam der erlösende Anruf und Storch konnte ihre Ziegen wohlauf bei einer netten Oberkleenerin aus deren Garten abholen. 

„Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Helferinnen und Helfern. Ich weiß nicht, was ich ohne diese Unterstützung gemacht hätte“, merkt man Storch ihre Erleichterung noch immer an. Dennoch ist es für sie traurig und auch nicht nachvollziehbar, dass es Menschen gibt, die „mir und vor allem den Tieren so etwas antun“. Die Angelegenheit hätte durchaus schlimmer ausgehen können. „Ich möchte mir, meiner Familie, meinen Freunden und besonders meinen Tieren diesen Schock für die Zukunft ersparen und hoffe von ganzem Herzen, dass so etwas nicht noch einmal vorkommen wird“, so Storch. 

Bedauerlicherweise ist der Vorfall nur der traurige Höhepunkt von Vandalismus und Sachbeschädigung, die Storch und ihre vierbeinigen Freunde erleben mussten. Die Tiere stehen abwechselnd auf Weideflächen in und um Oberkleen. Probleme gibt es nirgends. Mit einer Ausnahme: Im Gebiet „Auf der Haar“ haben Unbekannte innerhalb des letzten Jahres mehrfach Batterien kurzgeschlossen, den Strom vom Weidezaun entfernt, Zaunfelder zerschnitten und Weidegeräte zerstört. 

Dass nun der Zaun umgelegt und die Tiere dadurch in Gefahr gebracht wurden, ist für Storch unfassbar. „Wenn jemand Probleme mit mir oder meiner Tierhaltung an diesem Ort hat, soll er mich ansprechen und nicht seinen Ärger an meinen Tieren auslassen. Falls es Zeugen gibt, bin ich für Hinweise sehr dankbar.“

Da der Schäferin Gesundheit und Wohlergehen ihrer Tiere sehr am Herzen liegen, hat sie sich bewusst für die Weidetierhaltung entschieden. So können sich die Tiere an der frischen Luft bewegen, die Sonne und den Wind genießen und haben immer frisches Futter zur Verfügung. Der Zaun schützt die Tiere nicht nur vor dem Ausbrechen, sondern auch vor dem Eindringen großer Beutegreifer wie zum Beispiel den Wölfen, die mittlerweile auch in Hessen sesshaft sind.

In diesem Frühjahr haben Storch und ihr Freund Benedikt Lang vier Ziegenlämmer aufgenommen und mit viel Liebe und Herzblut mit der Flasche großgezogen. Auch die beiden Nachbarsmädchen haben sich in die Aufzucht eingebracht. Das geht mit einem hohen Zeitaufwand und auch vielen schlafarmen Nächte einher. „Unsere Ziegen sind quirlige, neugierige und schlaue Tiere, die wir sehr ins Herz geschlossen haben. Wir und unsere Nachbarsmädchen verbringen viel Zeit mit den Tieren, machen Spaziergänge und üben Kunststücke ein“, erzählt Storch. Mittlerweile sind ihre Wiesen zu kleinen Ausflugszielen für Spaziergänge von Familien geworden und erfreuen Jung und Alt.

Doch das Wissen, dass da ein Unbekannter sein Unwesen treibt und ihren Lieblingen am Ende etwas zustoßen könnte, macht Storch schwer zu schaffen. Obendrein gehen die häufigen Sachbeschädigungen ins Geld. Die notwendigen Neu-Anschaffungen sind teuer, „das ist dann schon echt doppelt hart, emotional und finanziell“.

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