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Zehn Millionen Euro für die Innenstadt

Erarbeitung des Konzepts für Stadtentwicklungsprogramm „lebendiges Zentrum“ in Butzbach beginnt

BUTZBACH (thg). „Lebendige Zentren“ heißt das zehn Jahre laufende Förderprogramm von Bund und Land, bei dem die Stadt Butzbach zum Zuge gekommen ist. Etwa zehn Millionen Euro beträgt der Förderrahmen, wobei die jeweilige Entscheidung beim Ministerium liegt. Die „zentralen Versorgungsbereiche“ sollen den Programmzielen entsprechend gestärkt und weiterentwickelt werden, ebenso Wohnen, Leben und Arbeiten sowie die Vielfalt an Geschäften, Kultur und Dienstleistungen. Über den Auftakt informierte Bürgermeister Michael Merle. 

Grundlage für das konkrete Handeln in Butzbach ist das im Programm geforderte „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (Isek), das nun erarbeitet werden soll. Die Bietergemeinschaft von Dr. Andrea Soboth und André Haußmann, die bereits den Butzbacher Stadtentwicklungsprozess begleiten, zusammen mit der Architektin und Stadtplanerin Elisabeth Schade (Plan ES, Gießen) hat in der Ausschreibung den Zuschlag erhalten. In der Stadtverwaltung betreuen Markus Lambrecht und Melanie Geier das Projekt. 

Konkret sieht das Förderprogramm fünf Programmschwerpunkte vor, die vor Ort bearbeitet werden müssen: Wohnen in der Innenstadt, zudem Aufenthaltsqualität, Grünflächen und gesundes Klima, ferner Funktions- und Angebotsvielfalt, dann Barrierefreiheit und Rahmen für stadtverträgliche Mobilität und schließlich privates Engagement und Standortgemeinschaften. Der Erarbeitung liegt eine so genannte lokale Partnerschaft zugrunde, sie besteht aus Vertretern von Institutionen wie zum Beispiel Altstadtfreunde, Butzbach aktiv oder auch Kirche, Gastronomie und Ortsbeirat. „Alle innenstadtrelevanten Akteure“ sollen den Prozess begleiten – öffentliche, private und zivilgesellschaftliche. Diese lokale Partnerschaft erhält im Rahmen des Programms auch einen Fördergebietsmanager, der unterstützend wirkt und eine Lotsenfunktion ausübt. Vorgesehen ist auch eine Bürgerbeteiligung. Neben öffentlichen Projekten sind im Einzelfall auch private Vorhaben förderfähig.

Zu den Vorarbeiten gehört, dass der Bestand erfasst wird und laufende Prozesse dokumentiert werden. Ziele und Maßnahmen werden dann formuliert. Das Gießener Stadtplanungsbüro nimmt dabei den „Blick von außen“ ein. Wichtig ist, dass die Lösungen gemeinschaftlich getragen werden, also von der Öffentlichkeit und den beteiligten Gremien. Ende des Jahres, aber spätestens im Februar, soll das Isek vorliegen. 

Merle wies darauf hin, dass das Projekt einen „langen Atem“ erfordere. Mit Blick auf die Corona-Pandemie führte er den ohnehin schon stattfindenden Strukturwandel der Innenstädte beispielsweise in Bezug auf den Einzelhandel an. „Die Lage ist prekär.“ So seien Ansätze zu entwickeln, wo mit dem Programm geholfen werden könne. Es seien unter anderem die Händler, aber auch Vermieter von Ladenlokalen anzusprechen. 

Im Rahmen der Laufzeit von zehn Jahren müsse man „agil planen“, so Haußmann. Wenn die Struktur vorhanden und Akteure bereit seien, könne innerhalb des Konzepts die Planung immer wieder angepasst werden. „Planung ist ein Prozess“, unterstrich Schade. 

Der Förderbereich deckt sich nicht hundertprozentig mit dem Bereich „Innenstadt“, sagte Soboth. Er umfasse aber auch „Einzelareale“, die sich für eine Entwicklung anbieten. Als Beispiele nannte sie als historische Bereiche das Gasthaus Werb ebenso wie die dahinter liegende Freifläche, dazu den Hexenplatz mit dem Turm und dem Stadtmauerabschnitt. Auch die Limesgalerie und die Parkhäuser fielen in den Förderbereich, ferner die Grünanlagen Schloss und Friedhof und zusätzlich der Lahntorpark und die Alte Mälzerei. Lambrecht wies auf die große Bedeutung der Aufenthaltsqualität hin. 

Das Programm „Lebendige Zen-tren“ wird auch unter dem Dach der Butzbacher Stadtentwicklung betrachtet und mit deren Elementen verknüpft. Denn auch das städtische Leitbild dient als Grundlage für die Entwicklung des Iseks. 

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