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Zwei Generationen unter einem Dach

OBER-MÖRLEN. Oberhalb von Feuerwehr und Schule will die Diakonie am Rand des Ober-Mörler Neubaugebietes Schießhütte II eine Seniorenresidenz mit integrierter Kita bauen, so soll die Südost-Ansicht aussehen. Der Bauantrag soll zeitnah eingereicht werden, das Gebäude könnte, wenn alles glatt läuft, in drei Jahren fertig sein. Skizze: Architekt Steffen Mörler 

Parlament Ober-Mörlen votiert einstimmig für Diakonie und Dekanat: Seniorenresidenz mit integrierter Kita

OBER-MÖRLEN (nns). „Was lange währt, wird hoffentlich bald gut“ (Dr. Matthias Heil, CDU), „Gute Sache für Ober-Mörlen, da profitieren alle von“ (Joachim Reimertshofer, SPD), „Wir sind begeistert und froh, dass es losgeht“ (Marco Roth, FWG), „Das Konzept ist gut, der Betreuungsansatz lebens- und liebenswert“ (Raimund Frank, Grüne) – mit diesen Anmerkungen versahen die Fraktionsvorsitzenden im neuen Gemeindeparlament die Befürwortung einer Seniorenresidenz mit integrierter Kindertagesstätte. Unisono votierten die 28 anwesenden Abgeordneten dann am Donnerstagabend in der Usatalhalle für den entsprechenden Beschlussvorschlag des Gemeindevorstandes. 

Damit ist der Weg frei für ein Projekt, das seine Investoren und Betreiber von der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau (GfdE), kurz Diakonie, und vom evangelischen Dekanat Wetterau als „Intergenerative Betreuung“ bezeichneten, als sie es vor vier Wochen im Haupt- und Finanzausschuss vorstellten. Schon auf die Präsentation durch Diakonie-Geschäftsführer Karlheinz Hilgert und Dekan Volkhard Guth hatten die Politiker positiv reagiert. Es gab aber noch Diskussionsbedarf in den Fraktionen. 

Wie Heil berichtete, sei man zufrieden mit dem Konzept, das er als schlüssig, seriös und in guten Händen bezeichnete. Auch finanziell sei es für die Gemeinde attraktiv. Die Betreuung verschiedener Generationen unter einem Dach ohne direkte Kreuzungswege habe Pilotcharakter und könne Vorbild werden. Einziger Wermutstropfen aus CDU-Sicht: Die Seniorenresidenz biete weniger Platz für betreutes Wohnen als noch vor Jahresfrist gedacht. Man habe sich aber überzeugen lassen, dass die tatsächliche Nachfrage meist kleiner sei als die längerfristig angenommene. 

Fehlende Tagespflegeplätze könnten hoffentlich durch ambulante Pflege und Betreuung kompensiert werden, sagte Heil. Dem Gemeindevorstand legte er ans Herz, darauf zu schauen, dass sich die Anzahl der Kinderbetreuungsplätze am aktuellen Bedarf orientiere. Er hoffe außerdem auf einen Austausch mit dem Besitzer des Nachbargrundstücks (das hatte die Grundstücksentwicklungsgesellschaft selbst erworben, Anm. der Red.), um womöglich zusätzlichen Raum für betreutes Wohnen zu schaffen. 

Aus der SPD-Fraktion berichtete Reimertshofer von anfänglichem Widerspruch, der sich im Lauf der Gespräche aber verflüchtigt habe. „Gut, dass es endlich losgeht“, fand Reimertshofer, und dass es gut sei, Senioren und Kinder unter einem Dach zu haben. Gerne würde er Investor und Betreibern vier Anmerkungen mit auf den Weg geben, so Reimertshofer: „Schade, dass die Tagespflege raus ist. Der Gartenbereich für die Älteren scheint etwas klein zu sein. Die Stellplätze könnten knapp werden. Ein Verkehrskonzept wäre gut beispielsweise für Kita-Stoßzeiten“. 

Die Stellplatzfrage habe auch die Freien Wähler beschäftigt, wie Roth erwähnte. Jung und Alt zusammenzubringen, begeistere ihn, der selbst in einem Vier-Generationenhaus aufgewachsen sei. Schön auch, dass nach derzeitigem Planungsstand im Jahr 2024 alles fertig sein könne. 

Für die Grünen trug Frank die wenigen Bedenken vor, die sie bei aller Begeisterung für das Konzept hegten. Die Gebäudeskizze mache einen gefälligen Eindruck, die Bau-Ausführung sei allerdings noch offen und „lässt uns nachdenklich zurück“. Seine Fraktion plädiere für eine ressourcenschonende Ausführung als Passivhaus. Das gebe es zwar nicht zum Nulltarif, sei mit Blick auf die Klimaneutralität aber Gebot der Stunde und längerfristig auch sparsamer. Der Gemeindevorstand möge das Ansinnen dem Bauherrn näherbringen.

Zum Beschluss der Gemeindevertretung für den Bau einer Kindertagesstätte als integriertem Bestandteil in der Seniorenresidenz im Neubaugebiet Schießhütte II gehören folgende Bedingungen: Der Gemeindevorstand schließt mit der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren ab. Die Gemeindezahlt einen (einmaligen) Zuschuss in Höhe von 100 000 Euro, wodurch sich die Jahresmiete auf 112 466,40 Euro reduziert. Hinzu kommen Nebenkosten. Laut Plan hat die Kita eine Fläche von 710 Quadratmetern für vier Gruppen (drei Ü3-Gruppen und eine U3-Gruppe).

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