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Zwei Hebammen starten am 1. März ihr „Geburtshaus Langgöns“ 

LANGGÖNS. Vanessa Hildmann (l.) und Kim Spottog – für das Foto ganz kurz ohne Mund-Nasenschutz – vor ihrem Geburtshaus, das am 1. März seine Pforten öffnen wird. Foto: ikr

Kim Spottog und Vanessa Hildmann haben Erfahrung / Bereits 1000 Babys gemeinsam ins Leben geholt

LANG-GÖNS (ikr). In wenigen Wochen, am 1. März, eröffnet im Kernort Lang-Göns ein Geburtshaus in der Birkenstraße 31. Die beiden Hebammen Kim Spottog und Vanessa Hildmann ermöglichen damit Schwangeren aus der Region eine weitere Möglichkeit, ihr Kind außerklinisch zur Welt zu bringen. Das Angebot wird durch Kurse zur Geburtsvorbereitung, Schwangerensport, Rückbildungsgymnastik und Babymassage – coronabedingt momentan alles per Videoschaltung – ergänzt. Für die beiden 27-jährigen Frauen geht damit ein langgehegter Berufswunsch in Erfüllung. 

„Gedacht ist unser Angebot für werdende Mütter und Familien aus den Landkreisen Gießen, Wetterau, dem Lahn-Dill-Kreis und auch darüber hinaus“, erzählen die sympathischen Geburtshelferinnen, die ihren Beruf als Herzensangelegenheit und Berufung sehen, was ihnen im Gespräch schnell anzumerken ist. Bereits vor ihrer Ausbildung zu Hebammen, die beide an der Gießener Uniklinik absolvierten, stand für sie fest: „Wir möchten einmal ein Geburtshaus eröffnen!“ 

Beide Frauen, die sich seit langem auch freundschaftlich verbunden sind, arbeiteten nach ihrem Examen zunächst in verschiedenen Krankenhäusern und die vergangenen zweieinhalb Jahre bereits gemeinsam selbstständig in einer Hebammenpraxis in der Wetterau, wo sie zahlreiche Familien kompetent und liebevoll auf dem „Weg ins Glück“ begleiteten. Dazu zählten auch Hausgeburten im vertrauten Umfeld. 

„Wir sind jung, haben aber in den acht Jahren unserer Berufstätigkeit schon sehr viele Erfahrungen gesammelt und gemeinsam schon an die 1000 Babys ins Leben geholt“, berichten die Mittelhessinnen. Ihr aktueller Einzugsbereich für Geburtsbegleitungen hat einen Radius von rund 100 Kilometer, „den nehmen wir jetzt einfach mit nach Langgöns“, sagen sie. 

Wie kam es dazu, sich ausgerechnet in Langgöns niederzulassen? „Ich stamme aus Niederkleen, bin dort lange im Vereinsleben engagiert gewesen und wohne in Hüttenberg“, erklärt Spottog. Hildmann wuchs in Friedberg-Ockstadt auf und lebt heute in Ober-Mörlen: „Hier ist Kims Heimat, in der Region finden auch viele außerklinische Geburten statt. Wir möchten dieses Angebot nun weiter ausbauen. Vorteilhaft ist auch die gute Anbindung nach Gießen“, erläutert Hildmann. 

„Wir haben uns ja bereits schon vor zweieinhalb Jahren zu 100 Prozent selbstständig gemacht, daher ist das jetzt von der Organisation und Umstrukturierung her kein Riesenschritt. Emotional ist es für uns natürlich ein großer Schritt und wir freuen uns sehr, unseren Wunschtraum zu erfüllen“, ergänzt sie.

Mit der Eröffnung ihres Geburtshauses widerlegen die beiden Hebammen einen Trend der vergangenen Jahre, denn in vielen Geburtshäusern, auch in der Region, wurde das Angebot eingeschränkt oder sie wurden komplett geschlossen: So bietet Bella Keuscher in Hüttenberg in ihrem Geburtshaus bereits seit 2018 keine Entbindungen mehr an. Kurse finden dort noch statt und auch Hausgeburten werden begleitet. 

Weitere Geburtshäuser in der näheren Region gibt es noch in Pohlheim-Holzheim und Gambach. Dagmar Nerlich vom Geburtshaus „Licht der Welt“ in Gambach begrüßt die Neueröffnung: „Die Nachfrage ist definitiv da, man merkt, dass einige Häuser geschlossen wurden.“ Auch Sven Stoffer vom Geburtshaus in Holzheim ist begeistert: „Wir waren zuletzt das einzige noch verbleibende Geburtshaus im Landkreis Gießen, die Frauen kommen bis aus dem Raum Marburg zu uns, wir können alle Anfragen gar nicht erfüllen. 

„Auch wir sehen die anderen Geburtshäuser keinesfalls als Konkurrenz, denn wir sind alle sehr gut mit Arbeit bestückt“, betonen die beiden Langgönser Hebammen.

„Es ist uns wichtig, Geborgenheit und Sicherheit im Umgang mit dem neuen Leben zu vermitteln, und mit Liebe und Leidenschaft auf individuelle Bedürfnisse und Wünsche einzugehen“, bringt Spottog es auf den Punkt. „Die Faszination gegenüber der Natur und dem Entstehen von neuem Leben spiegelt sich in unserer Arbeit täglich wider“, unterstreicht Hildmann.

Um allen Wünschen und Erfordernissen gerecht zu werden, haben beide vielfältige Qualifikationen erworben. Diese reichen von A wie der „Anwendung von Aromatherapie“ unter anderen über „Homöopathie in der Schwangerschaft, unter der Geburt, im Wochenbett und der Stillzeit“, „geburtshilfliche Hypnotherapie“, „Wasser- und Rückbildungsgymnastik“ bis Z wie „Zahngesundheit von Anfang an“. 

Für den 3. April ist die Liveübertragung einer kleinen Feier per Instagram (geburtshaus_langgoens) geplant. Wenn das Geburtshaus erfolgreich seinen Betrieb aufgenommen hat, soll es auch einen Namen bekommen. Bis dahin heißt es einfach „Geburtshaus in Langgöns“.

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