Zwei Schlingel und ihre Freunde begeistern das Musical-Publikum

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Zwei Schlingel und ihre Freunde begeistern das Musical-Publikum

BUTZBACH. Begeistert gefeiert wurden die Weidigschüler der Musical-AG für die Aufführungen des Musicals „Tom Sawyer“ im Butzbacher Bürgerhaus. Das linke Foto zeigt Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Es war eine Freude zu erleben, wie die jungen Schauspieler und Schauspielerinnen (rechtes Foto) mit ihren Rollen verschmolzen und mit großer Hingabe spielten. Text + Fotos: win

Premiere Standing Ovations für „Tom Sawyer“ der Weidigschüler der Jahrgangsstufen 5 bis 8 

BUTZBACH (win). Wer in einer Vollmondnacht auf dem Friedhof Warzen mit toten Katzen heilt und seinen Freunden Geld fürs Zaunstreichen abluchst, kann doch nur Tom Sawyer heißen. Gemeinsam mit seinem Kumpel Huckleberry Finn erlebt Tom viele Abenteuer. Rundum gelungen war die Premiere des Musicals „Tom Sawyer“ am Freitag, das Schüler der Musical-AG der Jahrgangsstufe 5 bis 8 der Weidigschule am Wochenende insgesamt vier Mal im Bürgerhaus aufführten. Unterstützt wurden sie vom Schulorchester in Kooperation mit der Musikschule Butzbach. 

In St. Petersburg, einer kleinen Stadt am Mississippi, läuft alles ziemlich konventionell, lediglich Tom Sawyer und Huckleberry Finn wollen nicht mitmachen. In die Schule gehen, brav sitzen und lernen, feine Anzüge tragen und fleißig sein – das ist nichts für die beiden Freunde. Sie haben viele Streiche im Kopf und bringen die Erwachsenen manchmal schier zur Verzweiflung. Als sie jedoch eines Tages einen Mord auf dem Friedhof beobachten, geraten sie in eine Zwickmühle: Behalten sie aus Angst davor, in Schwierigkeiten zu geraten, ihr Geheimnis für sich oder helfen sie dem unschuldig verdächtigten Muff Potter, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen?

Als Tom nach einer Prügelei wieder einmal mit zerrissenem Hemd heimkommt, muss er zur Strafe am Samstag Tante Pollys (Lotte Wöhner) Zaun streichen. Jedes Mal, wenn ein Junge vorbeikommt und sich über die Strafarbeit lustig macht, erklärt ihm Tom mit ernstem Gesicht, wie schwierig es sei, die Kalkfarbe richtig aufzubringen und dass bei weitem nicht jeder in der Lage sei, diese komplizierte Aufgabe zu lösen. Neugierig gemacht, fragen ihn die Jungen und Mädchen, ob sie es nicht auch einmal versuchen dürfen, und erst nach langem Zögern und schließlich gegen Bezahlung mit Tauschgegenständen lässt Tom sie den Zaun für sich streichen.

Tom lässt sich nicht nur die lästige Gartenzaunstreicherei von den Nachbarsjungen abnehmen. Er besucht auch sein eigenes Begräbnis, erforscht mit seiner Freundin Becky eine geheimnisvolle Höhle und gerät mit Huckleberry Finn mehrmals in Lebensgefahr.

Die Gesamtleitung des Musicals lag bei Heidrun Schwarz-Sauerbier in bewährten Händen. Erst letztes Jahr hat die langjährige Musiklehrerin der Weidigschule die Leitung der Musical-AG übernommen. Musiklehrerin Annette von Malek hat die Lieder des Musicals für die verschiedenen Instrumente des Orchesters umgeschrieben und neu arrangiert. Die Proben liefen wochenlang auf Hochtouren. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Abgesehen von kurzen Technikproblemen mit dem Mikrofon von Huck Finn aka Luise Guth, die dank Johannes Niedecken aber schnell behoben waren, war die Show nahezu perfekt: von der schauspielerischen Leistung über sauber einstudierte Choreografien bis hin zu ansprechenden Chorstücken und Soli. 

Es war eine Freude zu erleben, wie die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler mit ihren Rollen verschmolzen und mit großer Hingabe spielten. Henry Nuß als schalkhafter und charmanter Tom Sawyer überzeugte das Publikum mit seiner Stimme und seinem schauspielerischen Talent. Eine ebenbürtige Partnerin war Luise Guth, die den Huckleberry Finn, nach anfänglicher Schüchternheit, mit Witz und Selbstbewusstsein darstellte. Noch viele andere Darsteller, Chorsänger und das Orchester in dieser bemerkenswerten Musical-Inszenierung müssten lobend erwähnt werden, würde dies hier nicht den Rahmen sprengen. 

Man merkte dem Stück förmlich an, mit wie viel Herzblut alle Akteure dabei waren. Immer wieder gab es begeisterten Szenenapplaus, am Ende sogar Standing Ovations. Zu Recht, denn die Show war großartig. Der Jubel der begeisterten Zuschauer wollte nicht abreißen. Mit lauten Bravo-Rufen und rhythmischem Klatschen wurden die Kids frenetisch gefeiert und eine Zugabe eingefordert. 

Am Montag hausaufgabenfrei 

Schulleiterin Annette Pfannmüller war ebenfalls begeistert und beeindruckt. Sie dankte im Namen der Schulleitung allen Akteuren vor und hinter den Kulissen für den wunderbaren Abend. „Ich bin stolz, ein Teil dieser Schule zu sein“, sagte sie sichtlich gerührt. Ihr Dank ging auch an die Sponsoren, das Restaurant Oniro, die Bäckerei Mack und Weidigs Esspunkt. Denn der Verkauf vor den Vorstellungen und während der Pausen kommt dem Togo-Projekt zugute, das an der Partnerschule in Togoville gerade neue Sanitäranlagen bauen lässt. Als Belohnung für so viel Engagement gab Pfannmüller den Schülern für den Montag hausaufgabenfrei. Es bleibt ein unvergessliches Erlebnis, größte Hochachtung und Bewunderung für eine leidenschaftliche Weidig-Musicalfamilie, die am Premierenabend eine mitreißende Show und beste Unterhaltung geboten hat. 

BUTZBACH. Unterstützt wurden die Schauspieler vom Orchester der Weidigschule in Kooperation mit der Musikschule Butzbach.

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