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Zweimal pro Woche wird getestet

BUTZBACH. Gerda Arens (r.) und Guido Krendl nahmen die Testpackungen von Nicola Gerdes (2.v.r.) und Christiane von Diemar vor der Apotheke am Bahnhof in Butzbach entgegen. Text + Foto: thg

Apotheke am Bahnhof stiftet Corona-Antigentests an Ballhausschule und Waldfrieden in Butzbach

BUTZBACH (thg). Jeweils 100 Antigen-Schnelltests für die Ballhausschule in Butzbach und für das Kinder- und Jugendhilfezentrum Waldfrieden in Butzbach spendete die Apotheke am Bahnhof gestern. Schulleiterin Gerda Arens und der Fachbereichsleiter Heimerziehung von Waldfrieden, Guido Krendl, nahmen sie von Apothekerin Nicola Gerdes und der pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten Christiane von Diemar entgegen.

Die Spende stammt aus dem „Tütengeld“. Wie von Diemar erläuterte, zahlen Kunden der Apotheke für eine Tüte für den Einkauf 20 Cent. Dieses Geld wird gesammelt und kommt dann einem guten Zweck zu. Schon seit Jahren spendet die Apotheke unter anderem auch an die beiden Einrichtungen. In diesem Jahr entstand die Idee, ihnen die Selbsttests zu stiften, sehr zur Freude der Empfänger. Arens berichtete, die 50 Schüler würden zweimal pro Woche getestet, ebenso die 27 Mitarbeiter, darunter Lehrer und Sozialpädagogen. Die Schule werde dabei vom Kultusministerium unterstützt, anfangs habe sie es aber mit dem Trägerverein selbst organisiert. Zu Beginn der Testpflicht wurde das Personal von einer Ärztin angeleitet, den Schülern wurde die Anwendung gezeigt.

Nun sei das Testen bereits Alltag geworden – in der ersten Stunde wird getestet. Probleme gebe es keine. Allenfalls Schüler, für die die Handhabung schwierig ist, erhalten Unterstützung etwa bei der Weiterverarbeitung des Teststäbchens. Auch an der Ballhausschule gilt, dass ohne Test-Einwilligung der Eltern kein Präsenzunterricht möglich ist. Derzeit gilt der Wechselunterricht, wobei die Schüler sich abwechseln und eine Woche ins Ballhaus kommen und eine Woche zu Hause bleiben. Die Abschlussklasse hat derzeit noch Präsenzunterricht.
Im Waldfrieden werden die Mitarbeiter bis zu zweimal in der Woche getestet, wie Krendl informierte. Dies geschieht auf freiwilliger Basis, als Arbeitgeber werde aber für die Mitarbeiter das Pflichtangebot von Tests gegeben.

Kinder werden beispielsweise dann getestet, wenn sie von Beurlaubungen ins Haus zurückkehren, dann sogar eine Woche lang täglich. Auch falls ein Kind Anzeichen oder Symptome einer Erkältungskrankheit aufweist, wird es getestet, so Krendl. Allgemein hätten die Mitarbeiter festgestellt, dass es in diesem Winter so wenig Erkältungskrankheiten wie nie zuvor gegeben habe. So kommt eine erhebliche Anzahl benötigter Tests zusammen. Sie sind nicht gegenfinanziert, denn der Träger von Waldfrieden wird frei finanziert und erhält dafür keine direkte Unterstützung.

Ein positiver Test könnte schnell zu Problemen im Kinder- und Jugendhilfezentrum führen, denn die Kinder, die in Wohngruppen zusammenleben sind sieben Tage die Woche rund um die Uhr zusammen, auch die entsprechenden Betreuer leben im Haus. In zwei Fällen infizierter Kinder wurden bislang eine Gruppen- und eine Einzel-Quarantäne für 14 Tage verhängt. „Das ist wirklich nicht schön“, sagte Krendl. Aber die Mitarbeiter überlegten sich dann, was sie den Bewohnern anbieten können. Im Haus gibt es 36 Kinder in neun Wohngruppen, hinzu kommen sieben Inobhutnahmen in Butzbach und sieben am Standort Gedern sowie 14 Kinder, die eine Tagesgruppe besuchen.

Der große Vorteil von Waldfrieden liege in der Pandemie im großen Außengelände mit Fußball- und Volleyballfeld und dem nahegelegenen Reiterhof, berichtet Krendl. Er bedauert, dass aber eine Anbindung an die Vereine derzeit nicht möglich sei. Die Kinder erleben die Einschränkungen in der Pandemie. Das sorge dann mitunter auch für mehr Aggressionen. Eine Herausforderung ist auch das Homeschooling. Mit der Mischung aus Distanz- und Wechselunterricht mussten sich die Schüler wie auch die Waldfrieden-Mitarbeiter auf einen anderen Rhythmus einstellen. War ansonsten das Haus vormittags leer, müssen nun auch Mitarbeiter anwesend sein. So wurden auch zusätzliche Kräfte eingestellt. Insgesamt sind etwa 100 Mitarbeiter rund um Waldfrieden im Einsatz. Zudem sei es nicht leicht gewesen, sich auf die unterschiedlichen Anforderungen der Klassen und die Lernstände der Schüler einzustellen. Digital versorgt sind nun mittlerweile alle Kinder. Der Wetteraukreis unterstützte die Anschaffung einzelner Laptops.

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