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Zwischen Fastnacht und Wintershow

UNTERHALTUNG – VfR Butzbach hatte zum Fußballer-Wintervergüngen in die alte Turnhalle eingeladen

Butzbach (hwp). Erstmals seit Jahrzehnten an neuer Wirkungsstätte haben Butzbachs närrische Fußballer mit tollen Ideen, viel Herzblut, Fleiß und einer sehr gelungenen Präsentation zum Motto „Beim VfR ist`s wieder soweit – Narrentreffen im Wandel der Zeit“ den bewusst gewählten Drahtseilakt zwischen klassischem Karneval und moderner Unterhaltungsshow gemeistert. Dreieinhalb Stunden hielt das bunte Treibern auf der Bühne die kostümierte Narrhallesenschar bei Laune an den restlos besetzten Tischreihen im ausverkauften Parkett der „Alten Turnhalle“, wo die exzellenten Darbietungen auf der von Harry Weimar und Team gestalteten Bühne mit reichlich Applaus und stehenden Ovationen reichlich belohnt wurden.

Ausnahmslos begeisternde Tanzformationen quer durch alle Generationen, Männerballett, Sketche zum schmunzeln und nachdenken, toller Livegesang und bemerkenswert erstmals mit dem Prinzenpaar Jochen I. und Katja I. von der KG Narrenzunft echte Tollitäten im Programm, vom geballten Frohsinn bis zur rockigen Dance-Session. Aber auch einigen hundert Butzbacher Senioren, die bereits am Freitag den närrischen VfR erlebten, hatte es Spaß gemacht und die Trennung vom Bürgerhaus fiel leicht. Weniger gut kam an, dass man das Mobiliar gegen alte Tische und Stühle aus anderen städtischen Liegenschaften austauschen ließ. Mit der hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Stephanie Becker-Bösch samt Ehemann waren auch zwei Politiker mit im Saal.

Das über Jahrzehnte erfolgreich familiär geprägte Fußballer-Wintervergnügen will ja keine rein traditionelle Fremdensitzung mehr sein, sondern ein zuweilen verrücktes Spektakel im karnevalistischen Gewand. Disc-Jockey Thorsten Löhwing begleitete musikalisch durch das Programm und die Party nach dem Finale.

VfR-Sitzungspräsident Bernd Hoffmeister und sein neuer Siebenerrat hatten sich als Superstars verkleidet von Elvis bis Heino.

Die Gesangstruppe „Don Kanaken“ eröffnete den Bühnenreigen mit dem VfR-Lied. Die allerkleinsten Aktiven sind die „Tanzmäuse“ und die kamen in diesem Jahr ganz im Sinne des Dschungelbuchs auf die Bühne. Trainerinnen sind Oxana Kühnen und Ingrid Waschkowitz sichtlich freute.

Ein ganz anderes Kaliber kam mit der Leihgesterner Alte-Herren-Fußball-Tanzabteilung auf die Bühnenbretter. Schuhplattler und mehr gab es zu sehen – von Simone Riedel einstudiert.

Als VfR-Duo „Tipp & Tapp“ resümierten Stephan Mulch und Matthias Hesse mit musikalischer Begleitung am Flügel durch Nico Goller in gereimten Versen die Skandale der Fifa und die künftig aufgeblasene WM: „Wir freuen uns auf die Vorrunde mit Deutschland gegen Dorf Güll“. Aber auch der Butzbacher Skandal um die immer noch unfertige Bahn-Lärm-schutzwand war Thema wie auch das gescheiterte Bahnhof-Arkadenprojekt, wo man auf den Abbruchgeländen jetzt Kriegsfilme drehen wolle. Der übereilte Kauf des Lidl-Marktes und das neue Objekt „Umbau Bahnhofsgebäude“ mit geschätzt zehn Jahren Dauerbaustelle waren Thema kritischer Betrachtung. Dass mit Donald Trump die USA unregierbar geworden sind und der Brexit den Vorteil hat, dass nun kein Linksverkehr mehr drohe,  schlug den Bogen zur Weltpolitik.

Der Nachwuchs im Gardetanz bei seiner Premiere im VfR untypischen blau-weiß stürzte sich voll in seinen flotten Auftritt. Applaus und Anerkennung für die Truppe von Oxana Kühnern und Ingrid Waschkowitz.

Markus Klopsch und Christine Mulch als Komödianten sprachen über Kommunikation in der modernen Familie. Martialisch in militärischen Tarnhosen kam die VfR-Showtanzformation „Revolution“, fetzig und rockig mit „Captain Jack“ auf die Bühne von Trainerin Julia Waschkowitz in Szene gesetzt.

Die „Don Kanaken“ stimmten ein Potpuorri bekannter Karnevalsschlager im Wandel der Zeit an: „Teamchef“ Thomas Schubbert, Gitarrist Paul Sonntag, Matthias Hesse, Maik Hümmer, Michael und Oliver Waschkowitz.

Die VfR-Garde in klassischen schwarz-weißen Kostümen setzte erneut hohe Maßstäbe mit ihrem umjubelten Auftritt der Extraklasse – Trainerin Julia Waschkowitz. Als „Blechbüchsen-Armee“ aus der „Augsburger Puppenkiste“ zogen die Herren in den Saal ein, doch auf der Bühne blieben dann nur noch die Bermuda-Jeans übrig. Trainerin ist Christine Mulch.

„Erich & Erika – Telefon-Sex und mehr…!“: Christine Mulch  und Markus Klopsch zeigten, wie weit der finanziell abgehängte Rentner im Zweitjob zu gehen vermag.

Die neue VfR-Gruppe „Mentally III.“ zeigte sich fast schon feenhaft in ihren weißen Ballettkleidern. Den eisigen Seen entkommen, tanzten sie sich als Gespenster in die Herzen der Zuschauer – mit Julia Waschkowitz einstudiert.

Tanz im Stile eines Fred Astaire im feinen Outfit gab es vom VfR-Männerballett erst „Rasenballett“, dann aber „Rosenkavaliere“ von Christine Mulch, Julia und Ingrid Waschkowitz inszeniert.

Im Playback-Showblock gaben sich unter anderm ein Stelldichein die Village People (YMCA), Wolfgang Petry und Trude Herr mit Hits und Ohrwürmern vor dem großen Finale mit allen Aktiven.

Hoffmeister versicherte: Nächstes Jahr sind wir wieder da in der „Alten Turnhalle“ mit einem neuen VfR-Faschingsvergnügen 2018.

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